Trotz Nieselregen herrscht am Montagmittag hektischer Betrieb vor dem Vivantes-Klinikum Neukölln in Buckow. Besucher wollen zu ihren Angehörigen, Patienten schnappen frische Luft, Mitarbeiter in blauen und weißen Kitteln eilen zum nächsten Termin. Im Minutentakt treffen Rettungswagen der Feuerwehr und der Berliner Hilfsorganisationen ein. Es ist immer viel zu tun in einem der größten Krankenhäuser der Region.

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In den Raucherinseln auf dem Gelände dominiert dennoch ein Thema, das alles andere als alltäglich ist: Es geht um die ungewöhnliche Bluttat, die sich hier wenige Stunden zuvor ereignet hat. Auch wenn sich auf Nachfrage niemand dazu äußern will. Oder darf. Die Blicke wandern ganz automatisch zum Eingang der psychiatrischen Station, vor dem weiterhin ein Polizeiwagen steht. Sicherheitsleute lassen Besucher nur nach strenger Prüfung ein. Die Ermittlungen von Mordkommission und Staatsanwaltschaft dauern an.
Täter und Opfer befanden sich auf der psychiatrischen Station
Denn im Vivantes-Klinikum Neukölln wurde Sonntagnacht ein Patient getötet. Er sei gegen 23 Uhr „tödlich mit einem scharfen Gegenstand verletzt“ worden, teilte die Polizei Berlin auf der Online-Plattform X mit. Hintergrund soll demnach eine Auseinandersetzung mit einem anderen Patienten, seinem Zimmergenossen, gewesen sein. Worum es bei dem Streit ging, ist nach wie vor unklar.
Nach Angaben eines Vivantes-Sprechers waren sowohl das 65-jährige Opfer als auch der mutmaßliche Täter auf der psychiatrischen Station untergebracht. Zuerst hatte die „B.Z.“ berichtet. Ein Reanimationsteam, das direkt vor Ort gewesen sei, habe nichts mehr für den 65-Jährigen tun können.
Bei dem Angreifer handelt es um einen 26-jährigen Mann, der erst am Vortag mit der Diagnose Psychose eingeliefert worden war. Der Verdächtige soll während einer psychotischen Episode angegriffen haben. Er befand sich zunächst offenbar weiterhin in der Psychiatrie des Neuköllner Klinikums – bewacht von Polizisten. Am Nachmittag hieß es dann in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft: „Der 26-Jährige wurde von alarmierten Einsatzkräften vor Ort festgenommen.“ Es werde die vorläufige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angestrebt, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
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Als Tatwaffe kommt eine Glasscherbe in Frage
Offiziell sprechen die Ermittler noch von einem „unbekannten Gegenstand“. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte es sich bei der Tatwaffe aber um die Scherbe einer zerbrochenen Tasse gehandelt haben. Eine solche wurde am Tatort gefunden. Das wurde der Morgenpost aus Polizeikreisen bestätigt. „Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang“, so der Vivantes-Sprecher gegenüber dieser Redaktion.
Patienten werden eigentlich zum Eigen- und Fremdschutz bei der Einlieferung in die psychiatrische Station durchsucht. Demzufolge konnte auch kein Messer oder ein ähnlicher scharfer Gegenstand bei der Tat verwendet worden sein. Dennoch dürfte der Vorfall Sicherheitsfragen aufwerfen.
Personal des Vivantes-Klinikums steht unter Schock
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Das Personal stehe unter Schock, sagte der Vivantes-Sprecher derweil der „B.Z.“. Psychologen kümmerten sich um sie.









