Wer in den Sommerferien 2026 von Berlin aus mit dem Auto in den Urlaub startet, sollte zum Ferienbeginn mehr Zeit einplanen. Das niederländische Technologieunternehmen TomTom, das vor allem für seine mobilen Navigationsgeräte bekannt ist, hat Daten aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Die Analyse des Verkehrs zum Ferienstart 2025 zeigt deutlich, welche Muster sich auf den Straßen rund um den Ferienbeginn abzeichnen – und wo es auf den großen Ausfallstraßen schnell eng werden kann.

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Auffällig ist: Der Verkehr staut sich nicht nur weit draußen auf den klassischen Reiserouten, sondern oft schon in Berlin selbst. Besonders deutlich war das auf der A100. Dort geriet der Stadtring zum Ferienstart spürbar unter Druck. In beiden Richtungen rund um das Dreieck Charlottenburg sackte das Tempo stark ab, stellenweise krochen Autos nur noch voran. Gerade für Berlinerinnen und Berliner, die erst aus der Stadt herausmüssen, beginnt die Geduldsprobe also oft lange vor der eigentlichen Urlaubsfahrt.

Staus zum Ferienbeginn in Berlin: Es wird schon in der Stadt voll

Die Strecke in Richtung Dreieck Charlottenburg zog sich am Freitag zwischen 14 und 15 Uhr auf rund 44 Minuten. Das Fahrzeitverhältnis erreichte einen Wert von 3,54, was bedeutet, dass die Fahrt mehr als dreieinhalbmal so lange dauerte, wie unter normalen Bedingungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit sank auf nur noch 22,4 km/h. In Richtung Buschkrugallee benötigten Autofahrer auf der A100 zwischen 15 und 16 Uhr besonders lange – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von lediglich 30,0 km/h.

Wie zu erwarten, konzentrierten sich die größten Belastungen neben dem Freitag auch auf das folgende erste Ferienwochenende. Genau dann rollte der Reiseverkehr Richtung Ostsee, Polen und Süddeutschland besonders deutlich an. Besonders stark belastet waren 2025 die Fernstrecken Richtung Norden und Osten. Auf der A24 Richtung Mecklenburg-Vorpommern stiegen die Fahrzeiten vor allem am Sonnabend nach dem Ferienstart deutlich an, ebenso auf den Verbindungen über die A11 und A20 Richtung Ostsee.

A12 zur deutsch-polnischen Grenze: große Schwankungen

Ein besonders deutliches Beispiel ist die Strecke vom Dreieck Pankow zum Rastplatz Ravensmühle-Nord: Wer am Sonnabend zwischen 13 und 14 Uhr losfuhr, brauchte für die Fahrt gut 1 Stunde und 43 Minuten. Die Geschwindigkeit sank auf 76,2 km/h. Eine ähnliche Entwicklung zeigt die Verbindung vom Dreieck Pankow bis zur deutsch-polnischen Grenze mit 1:36:42 Stunden Fahrzeit im selben Zeitfenster.

Besonders kritisch präsentiert sich die Route vom Schönefelder Kreuz über die A12 zur deutsch-polnischen Grenze. Dort wurde es am Freitag schon voll. Mit Abfahrt zwischen 16 und 17 Uhr betrug dort die Fahrzeit 1 Stunde und 36 Minuten. Das Fahrzeitverhältnis lag bei 2,41. Der Planning Time Index (PTI) erreicht mit 5,71 einen der höchsten Werte der Untersuchung. Der PTI beschreibt, wie unzuverlässig eine Strecke ist: Je höher der Wert, desto stärker schwankt die Fahrzeit und desto mehr Zeitpuffer sollten Autofahrer einplanen.

Staus in Berlin: Hier stockt der Verkehr schon vor dem Ferienbeginn

Richtung Süden lief es ebenfalls zäh. Vor allem am Dreieck Funkturm staute sich der Verkehr kräftig. Auf der Route nach Weißenfels dauerte die Fahrt am Sonntag, zwischen 13 und 14 Uhr rund 2 Stunden und 29 Minuten. Noch voller wurde es auf dieser Route allerdings bereits am vorletzten Schultag, einem Dienstag.

Die Daten machen außerdem deutlich, dass die Spitzen nicht immer nur mittags oder an bestimmten Tagen auftreten. Je nach Strecke kippt die Lage auch schon vormittags oder erst später am Tag. Ein anschauliches Beispiel ist die Route von Schönefeld-Nord über die A 13 und A 15 gen Cottbus: Dort wurde der Höchstwert bereits am ersten Ferientag, also am Donnerstagvormittag zwischen 10 und 11 Uhr, erreicht – mit einer Fahrzeit von gut 1 Stunde und 23 Minuten, bei durchschnittlich 73,1 km/h.

Staus zum Ferienbeginn: So müssen Autofahrer in Berlin planen

Was können Autofahrer aus diesen Daten nun mitnehmen? Sie zeigen, dass nicht nur die Route zählt, sondern vor allem der richtige Zeitpunkt der Abfahrt. Wenn es geht, sollte man den Freitag zum Ferienbeginn sowie das erste Ferienwochenende meiden. Auf diese Tage konzentrierten sich die meisten Staus insgesamt. Besonders kritisch waren oft die Mittags- und Nachmittagsstunden.

Aber es sind nicht immer diese Zeiträume, in denen die Lage kippt. Je nach Strecke verschoben sich die Spitzen deutlich. Mal staute es sich schon am Vormittag, mal am Nachmittag, mal erst am Abend. Für Reisende heißt das: Ein früher oder später Start kann einen Unterschied machen – eine Garantie für freie Fahrt ist er nicht. Die Auswertung zeigt zudem nur, wann und wo es 2025 besonders eng wurde. Sie erklärt nicht jeden Ausschlag. Auch Unfälle, Baustellen oder Sperrungen könnten die Lage damals verschärft haben.