Trotz „anspruchsvoller wirtschaftlicher Rahmenbedingungen“ will die Messe Berlin in den kommenden Jahren rund 250 Millionen Euro in Wachstum und Modernisierung investieren. Das kündigte Messe-Chef Mario Tobias am Dienstag an. Allein 100 Millionen Euro sind dabei für den Abriss und Neubau der Halle 9 vorgesehen. Neben weiteren Investitionen in die Infrastruktur will die Messe Berlin auch im Ausland kräftig wachsen.

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Insgesamt, so Tobias, blicke die Messe auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Dennoch: Infolge des Messezyklus ist das Jahr 2025 ein ungerades Jahr ohne die umsatzstarke Leitmesse InnoTrans und die ILA und verzeichnet daher ein deutlich schwächeres Veranstaltungsgeschäft. So sanken die Umsätze aus Eigenveranstaltungen laut Geschäftsbericht von 205,5 Millionen Euro (2024) auf 134,9 Millionen Euro (–70,6 Mio. €).
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Rückgang der Tegel-Sondereinnahmen drückt den Gewinn
Zudem gingen die Sondereffekte aus der durch das Land Berlin beauftragten Unterbringung und Versorgung Geflüchteter in Tegel stark zurück. Die Erlöse sanken von 154,4 Millionen Euro (2024) auf 99,6 Millionen Euro (2025). Das Tegel-Geschäft soll in diesem Jahr vollständig beendet werden.
„2026 ist der Tegel-Effekt nur noch minimal, wir sind nur noch in den Rückbau der Leichtbauhallen und die Übergabe der Flächen an die landeseigene Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) involviert“, sagte Tobias. „Ab 2026 stützt sich unser Geschäftsmodell wieder vollständig auf das Kerngeschäft Messen und Kongresse.“ Durch den Wegfall von Tegel und den Messezyklus fiel der Umsatz insgesamt von rund 481 Millionen Euro (2024) auf 376 Millionen Euro und der operative Gewinn sank von 59,6 Millionen auf 4,4 Millionen Euro.
Da zahlreiche Leitveranstaltungen der Messe Berlin in einem zweijährigen Rhythmus stattfinden, werden ungerade Jahre traditionell mit dem vorhergehenden ungeraden Jahr verglichen. „Im Vergleich zum Referenzjahr 2023 konnte die Unternehmensgruppe ihren Umsatz von 369,2 Millionen Euro auf 376 Millionen Euro steigern“, so der Messe-Chef. Insgesamt veranstaltete die Messe Berlin 2025 124 Messen, Kongresse, Events und Ausstellungen. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher lag bei rund 1,9 Millionen, die Zahl der ausstellenden Unternehmen bei rund 28.800.
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Bereinigt um die Tegel-Effekte rechnet die Messe für 2026 mit spürbar mehr Umsatz und deutlich höherem Gewinn gegenüber 2025, getragen vom Messezyklus (Leitmessen) und der erweiterten Event-Pipeline. „Wir erwarten dieses Jahr ein positives Ergebnis im zweistelligen Millionenbereich, auch ohne Sondereffekte aus Tegel“, betonte Tobias.
Neue Kongresshalle Dock9: Bau startet nach InnoTrans 2026
Das mit Abstand größte Einzelprojekt der kommenden Jahre ist der Bau der multifunktionalen Kongresshalle „Dock9“. Nachdem die Messe Berlin die Baupläne bereits im vergangenen Jahr vorgestellt hatte, wurde inzwischen die Ausschreibung erfolgreich abgeschlossen. Die neue Multifunktionshalle wird nach den Plänen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner (gmp) durch das Bauunternehmen Züblin errichtet.

Der Abriss der alten Halle 9 ist damit besiegelt und soll bereits in diesem Herbst unmittelbar nach der InnoTrans (22.–25. September 2026) erfolgen. Bereits zwei Jahre später soll die neue Halle zur nächsten InnoTrans genutzt werden.
Mit dem Neubau schafft die Messe Berlin zusätzliche Kapazitäten für internationale Kongresse und Veranstaltungen mit bis zu 5000 Teilnehmenden. „Mit der neuen Kongresshalle investieren wir gezielt in die Zukunftsfähigkeit Berlins als führenden Messe- und Kongressstandort Europas. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für das weitere Wachstum unseres Unternehmens“, sagte Dirk Hoffmann, Geschäftsführer der Messe Berlin.
Messe setzt auf Wachstum – auch im Ausland
Investieren möchte die Messe Berlin allerdings nicht nur auf ihrem angestammten Areal unter dem Berliner Funkturm. Auch die internationale Wachstumsstrategie soll fortgesetzt werden. 2026 feiert die Fachmesse Smart Health Asia im Juli in Singapur Premiere. Außerdem expandiert die Weltleitmesse der Reiseindustrie ITB erstmals auf den amerikanischen Kontinent – mit der ITB Americas, die im November in Mexiko stattfindet. 2027 sollen weitere internationale Wachstumsprojekte an den Start gehen: die CMS Asia sowie die InnoTrans Asia. Beide Fachmessen werden von der in Singapur ansässigen Konzernbeteiligung Messe Berlin Asia Pacific durchgeführt.
Insgesamt beläuft sich die Zahl der im Ausland organisierten Formate 2025 auf 15 (2023: 8). Der Auslandsumsatz lag im Jahr 2025 bei 23,7 Millionen Euro und damit auf Vorjahresniveau (2024: 23,7 Millionen Euro) und über 2023 (22,1 Millionen Euro). Der Anteil der Auslandsaktivitäten am Gesamtumsatz ist dennoch überschaubar: Er belief sich 2025 auf 6,3 Prozent (2024: 4,9 Prozent; 2023: 6,0 Prozent).
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Dennoch, betonte Hoffmann, sei das Auslandsgeschäft zunehmend wichtig: „Die Märkte in Deutschland, auch in Europa, sind sehr reif. Wachstum mit neuen Formaten ist fast nur noch im Ausland wirklich möglich.“ Mit den Tochterfirmen in Asien und Mexiko habe man Zugang zu Wachstumsregionen, die wiederum auf die Hauptstadt einzahlen: „Wenn wir die Marke Messe Berlin ins Ausland tragen, wird das auch den Messestandort Berlin stärken.“
Bio:cap und Smart Health Europe bringen Innovationen nach Berlin
Aber auch in Berlin sind neue Eigenveranstaltungen der Messe Berlin im Programm. Mit der bio:cap erhielt die Hauptstadt im Juni 2026 eine neue europäische Plattform für Biotechnologie und Gesundheitsinnovationen. Gründungspartner sind die Berliner Charité, das Berlin Institute of Health und das Hasso-Plattner-Institut. Gemeinsam mit dem Bitkom startet die Messe Berlin zudem 2027 die Smart Health Europe als neue Innovationsplattform für europäische Gesundheitssysteme.







