Berlin hat jetzt eine neue S-Bahn-Linie. Mit der S15 können Fahrgäste seit Montag vom Hauptbahnhof innerhalb weniger Minuten direkt zum Bahnhof Wedding und weiter zum Gesundbrunnen fahren. Der erste Zug der Linie startete um 11.45 Uhr während eines Festakts am neuen, unterirdischen Interimsbahnsteig, der in den vergangenen Jahren am Berliner Hauptbahnhof errichtet worden war. Die Inbetriebnahme der Strecke war eigentlich bereits für 2017 geplant, hatte sich aber immer wieder verzögert.

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Vom Bahnhof Wedding gibt es nun erstmals eine Direktverbindung mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Die Züge sind im Zehn-Minuten-Takt unterwegs. Die Bahn rechnet mit etwa 40.000 Fahrgästen pro Tag auf der Linie, auf der sogenannte Halbzüge zum Einsatz kommen. Die Fahrzeuge bestehen also nur aus vier und nicht aus acht Wagen, wie es etwa bei den Ringbahn-Linien der Fall ist. Grund ist der besagte Interimsbahnsteig am Hauptbahnhof, der nicht ausreichend Platz für längere Züge bietet.
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S15 in Berlin: Ein weiterer Bahnhof soll entstehen
Dass sich die Eröffnung der vier Kilometer langen Bahnstrecke immer wieder verzögert hat, hat diverse Gründe. Dazu zählten unvorhergesehene Bodenbedingungen, die Corona-Krise, Materialengpässe aufgrund des Ukraine-Kriegs und Personalmangel. Zuletzt hätten auch noch die Zulassungs- und Abnahmeprozesse länger als gedacht gedauert, so die Bahn. Umso größer war die Erleichterung bei den Beteiligten am Montag, als der Betrieb schließlich starten konnte.
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Das Projekt ist damit aber längst nicht beendet. Auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Gesundbrunnen soll in den kommenden Jahren ein weiterer Bahnhof an der Perleberger Brücke gebaut werden. Ziel ist es, die Europacity samt der dortigen Unternehmen besser anzubinden. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) bekräftigte bei der Eröffnung der S15 das Bauvorhaben. „Die Europacity bekommt einen Bahnhof“, sagte sie. „Wir haben uns jetzt auf ein Modell verständigt, das dann auch gebaut werden wird.“ Der genaue Zeitplan ist allerdings noch offen, vor Ende der 2020er-Jahre ist aber nicht mit einem Baubeginn zu rechnen. Zuletzt hieß es von der Bahn, dass eine offizielle Bestellung des Bahnhofs durch das Land Berlin noch ausstehe.

S-Bahn-Verbindung soll trotz jahrelanger Verzögerung schneller werden
Hinzukommen die weiteren Bauabschnitte, die aus der S15 erst eine wirkliche, neue Nord-Süd-Verbindung durch Berlin machen. Im nächsten Schritt ist dafür die 1,2 Kilometer lange Verlängerung zum Potsdamer Platz geplant. Der dritte Baubschnitt soll dann bis zur Yorckstraße führen, womit jedoch erst in den 2040er-Jahren gerechnet wird. Dennoch betonte die Verkehrssenatorin die Bedeutung der Verlängerung. Im Umkreis von 400 Metern um die Strecke könnten 300.000 Menschen erreicht und somit entsprechend viele Fahrgäste generiert werden, so Bonde. Die S15 soll, in ihrem finalen Zustand, so auch die bisherige Nord-Süd-Verbindung erheblich entlasten.
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Klar ist: Für den Weiterbau braucht es auch die finanzielle Unterstützung des Bundes. Dieser hat auch schon den ersten Bauabschnitt mitfinanziert. Und Stefan Schnorr, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sicherte am Montag zu: „Auch beim zweiten und dritten Bauabschnitt wird der Bund sich beteiligen.“ Bis zu 60 Prozent der Kosten könnten ihm zufolge so gefördert werden. mit dpa






