Wer mit offenen Augen durch Berlin spaziert, dem wird die Coca-Cola-Werbung an zahlreichen Litfaßsäulen kaum verborgen geblieben sein. Der Großkonzern hat die Berliner Alltagskultur als zentralen Teil seiner Werbekampagne auserkoren, inklusive der kultigen Spätis, Eckkneipen – und der Markthalle Neun in Kreuzberg. Doch die hat dafür gar keine Erlaubnis gegeben – und denkt nun über rechtliche Schritte nach.

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Wie die Betreiber bei Instagram mitteilten, hätte Coca-Cola die Markthalle Neun ohne deren Erlaubnis auf eigenen Plakaten als Werbepartner eingesetzt. „Fakt ist: Niemand hat uns gefragt. Niemand hat uns bezahlt“, schrieben die Betreiber in einem Instagram-Beitrag. Hätte der Großkonzern vorher angefragt, hätte es eine freundliche Absage gegeben. „Wenn sich aber ein globaler Großkonzern ungefragt an lokal gewachsenen Strukturen bereichern will, dann sagen wir ,Nein, danke‘“, heißt es weiter.

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Coca-Cola entschuldigt sich bei der Markthalle Neun

Auf den Plakaten hieß es, die „Markthalle 9 schreit nach Food-Tour & Coca-Cola Zero“. Die Betreiber der Markthalle Neun sprechen von „Berlin-Washing“. Der Milliardenkonzern bediene sich an der lokalen Kultur, die Millionen von Berlinern und Berlinerinnen über Jahrzehnte geprägt hätten. Ein Versehen sei dies nach Ansicht der Betreiber nicht. „Konzerne dieser Größe wissen genau, was sie tun. Und sie wissen, dass sie es können“, heißt es in der Mitteilung, die abschließt mit den Worten: „Ihr hört von unserer Anwältin.“

Wie „t-online“ berichtet, hat sich der Großkonzern inzwischen bei den Betreibern der Markthalle Neun entschuldigt und will die Plakate nun entfernen. Das Team aus Kreuzberg denkt dennoch über rechtliche Schritte nach, auch weil der Konzern bislang noch nicht auf die Abmahnung reagiert habe. Die Frist laufe jedoch noch. Die Betreiber haben Coca-Cola zudem zu einer Unterlassungserklärung aufgefordert und prüfen weitere rechtliche Schritte, insbesondere Auskunfts- und Schadensersatzansprüche.