„Zuhause am Tempelhofer Feld“ – so heißt ein neues Konzept, das die Debatte um die Zukunft des Areals neu entfacht hat. Vorgesehen sind 21.400 Wohnungen in Randlagen, während 200 Hektar Freifläche unangetastet bleiben sollen – ein Vorschlag, der zwölf Jahre nach dem Volksentscheid gegen die Bebauung erneut Grundsatzfragen aufwirft.

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Eine davon: Können am Rand Wohnungen entstehen, wenn das Feld zugleich Berlins wichtigste Fläche für Großkonzerte ist? „Dazu können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts Konkretes sagen. Das ist alles noch spekulativ“, so eine Sprecherin der Tempelhof Projekt GmbH gegenüber der Berliner Morgenpost. Die Gesellschaft verwaltet das Gelände und ist an der Organisation von Events wie Konzerten beteiligt. „Aber ich würde nicht ausschließen, dass solche Veranstaltungen im schlimmsten Fall ganz ausfallen.“
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Konzerte und Festivals auf dem Tempelhofer Feld
Dabei steht die Fläche längst fest im Berliner Konzertkalender. Am 22. August soll mit dem „TFELD“ ein neues Musik- und Kulturfestival debütieren – vier Bühnen, bis zu 25.000 Besucherinnen und Besucher. Für 2027 deutet sich eine weitere Verstetigung an: Nach Informationen der Berliner Morgenpost plant Harry Styles fünf Shows auf dem Tempelhofer Feld, Ed Sheeran vier. „Was wir anbieten können, vermieten wir“, so die Tempelhof Projekt GmbH. „Wir sind da gut ausgelastet.“ Laut Senatsverwaltung dürfen auf dem Feld maximal 18 „störende Veranstaltungen“ pro Jahr stattfinden.
Solche Großveranstaltungen mit bis zu 70.000 Gästen können neben dem Tempelhofer Feld nur im Olympiastadion stattfinden. Das Stadion ist jedoch oft wegen Sportveranstaltungen wie Fußballspielen nicht verfügbar.
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Lärmschutz schon heute schwierig
Gleichzeitig zeigen Erfahrungen, dass schon jetzt – ohne die direkt angrenzende Bebauung – ein Spannungsfeld besteht. 2022 führten mehrere Open-Air-Konzerte der Band Die Ärzte zu 23 gemeldeten Beschwerden wegen der Lautstärke. Besonders betroffen vom Lärm sind wegen der reflektierenden Wirkung des Flughafengebäudes vor allem der Schillerkiez und die Rollbergsiedlung, je nach Windlage aber auch andere Quartiere bis hin nach Schöneberg.
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Vor diesem Hintergrund mahnt die Tempelhof Projekt GmbH eine Gesamtperspektive an: „Wir wollen, dass eine Randbebauung immer im Zusammenspiel mit dem Flughafengebäude gedacht wird. Also dass nicht nur auf das Feld geguckt wird.“ Die GmbH sei zwar offen für die Debatte der Bebauung, findet es aber auch schade, dass die „teilweise besseren“ Ideen aus dem internationalen Wettbewerb nun vernachlässigt werden.
Tempelhofer Feld im Spannungsfeld: Wohnraum vs. Kultur- und Erholungsort
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt verweist darauf, dass ohne konkrete Baupläne – etwa zu Verglasungen oder Schallschutzwänden – keine fachlichen Einschätzungen zum Lärmschutz möglich seien. Erst dann könnten Expertinnen und Experten bewerten, ob und wie Konzerte auf dem Feld noch möglich wären.
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Politisch spiegelt sich der Zwiespalt wider: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) begrüßt die Randbebauungsidee ausdrücklich und sieht darin die Chance auf ein „neues Zuhause für rund 50.000 Menschen“. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hingegen will das Tempelhofer Feld – im Sinne des derzeit gültigen Entwicklungs- und Pflegeplans – für Erholung, Sport und Kultur weiter ausbauen, also auch für Konzerte. Er lehnt neuen Wohnungsbau am Feldrand ab.











