Eine aktuelle Entscheidung des Bahn-Vorstands bringt schwäbisches Blut in Exklaven wie Prenzlauer Berg und andernorts gerade schwer in Wallung. Die Deutsche Bahn hatte entschieden, die ICE-Sprinter-Verbindung zwischen Berlin und Stuttgart mit Wirkung zum 14. Juni wegen der baustellenbedingten starken Belastung des Bahnknotens Berlin einzustellen.

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Dabei war der „Spätzle-Express“ erst im Dezember 2025 an den Start gegangen. Seitdem gibt es pro Tag jeweils eine Verbindung von Berlin nach Stuttgart und in umgekehrter Richtung. Der Sprinter benötigt für die 630 Kilometer im Optimalfall 4 Stunden und 45 Minuten und hält unterwegs lediglich am Nürnberger Hauptbahnhof. Laut Fahrplan geht es jeden Tag um 7.03 Uhr in Stuttgart los; Berlin wird dann um 11.47 Uhr erreicht. Die Rückfahrt aus Berlin erfolgt nachmittags um 16.12 Uhr, Ankunft in Stuttgart ist um 20.57 Uhr.

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Stuttgarts Oberbürgermeister schreibt Bahnchefin Palla

Für Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) ist die Entscheidung der Deutschen Bahn nicht nachzuvollziehen. Er habe sich deswegen an die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla, an den DB-Vorstand Personenfernverkehr, Dr. Michael Peterson, sowie an die DB-Konzernbevollmächtigte für das Land Baden-Württemberg, Dr. Clarissa Freundorfer, gewandt, erklärte Nopper in einem Post auf Instagram.

In einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ warf Nopper der Deutschen Bahn eine Bevorzugung Münchens gegenüber Stuttgart vor. Zwischen Berlin und der Bayernmetropole gebe es pro Tag 16 Sprinter-Verbindungen, zwischen Berlin und Stuttgart bald keine einzige mehr.

„Dieses Ungleichgewicht von Stuttgart und München bei der ICE-Sprinter-Direktanbindung ist nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel“, schäumte Nopper. Der Stuttgarter Oberbürgermeister verwies darauf, dass die Metropolregionen Stuttgart (2,8 Millionen Einwohner) und München (2,9 Millionen Einwohner) nahezu gleich groß seien und eine ähnlich hohe Wirtschaftskraft hätten.

tok