Pfeile fliegen durch die Luft, eine Figur explodiert auf dem gigantischen Bildschirm, und ein Raunen geht durch die Menge. Gerade hat das Team „Crazy Racoon“ seinem Gegner „Eternal Esports“ eine bittere Niederlage verpasst.

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Die beiden Teams treten beim Brawl Cup 2026 in Berlin gegeneinander an. Einem dreitägigen E-Sports-Event in der Uber Eats Music Hall, das von E-Sports-Veranstalter Blast und Spieleentwickler Supercell ins Leben gerufen wurde. Das finnische Unternehmen steckt hinter dem Spiel „Brawl Stars“, einem Multiplayer-Online-Battle-Arena-Spiel für Mobilgeräte, um das es bei dem Event geht.
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Brawl Cup in Berlin: So funktioniert das Mobile-Game
Wenn Ihnen bereits der Kopf raucht, kommt hier die eltern- und großelternfreundliche Erklärung: „Brawl Stars“ ist eine Art schnelles Mannschaftsspiel für das Smartphone oder Tablet. Dabei treten mehrere Spieler in zwei Teams gegeneinander an. Jeder steuert eine Art Comicfigur, die im Spiel „Brawler“ genannt wird. Die Figuren haben eigene Fähigkeiten und Waffen. Manche können aus der Entfernung schießen, andere kämpfen aus der Nähe, wieder andere unterstützen ihre Mitspieler durch Heilung oder besondere Kräfte.
Eine Runde dauert meist nur wenige Minuten. Das Ziel hängt davon ab, welchen Spielmodus man spielt. In einem Modus sammeln Teams zum Beispiel Edelsteine und müssen sie verteidigen. In einem anderen Modus spielt man eine Art Fußball mit Spezialfähigkeiten.

Beim Brawl Cup treten nun die besten Mannschaften der Welt an und spielen live vor Publikum. Das Siegerteam erhält 35.000 US-Dollar als Hauptgewinn. Und das Interesse an dem Spiel ist bei den jungen Bewohnern in der Hauptstadt offenbar groß. Drei Tage lang dauert das Turnier, drei Tage lang ist die Uber Eats Music Hall im Beschlag von Kindern, Jugendlichen und ihren Begleitpersonen.
Knapp 2000 Menschen passen an einem Tag in die Halle, ein Teil der Fläche wird von der Bühneninstallation und dem gewaltigen Bildschirm eingenommen. Für die Veranstalter mindestens genauso wichtig: Online schauen mehrere Millionen Menschen zu. Denn die Partien werden auch live gestreamt, etwa auf Youtube.

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E-Sports-Branche: Deutschland ist inzwischen wichtiger Markt
„Deutschland ist inzwischen für uns der wichtigste Markt in Westeuropa“, sagt Kim Jensen, Head of E-Sports für Brawl Stars beim Spieleentwickler Supercell, der Berliner Morgenpost. Die Resonanz in der Hauptstadt sei gut, etwa die Hälfte der Besucher komme aber aus dem Ausland, schätzt er. Laut einem Branchenportal spielen rund 15 Millionen Nutzer das Spiel monatlich.
Die Tickets waren bereits mehrere Wochen vor dem Event ausverkauft. Am Ticketschalter prangt ein großes Schild: „Sold out“. Einige Familien versuchten am Sonnabend dennoch spontan ihr Glück – vergebens.

„Wir sind extra aus Italien angereist“, erklärt Anna Mora dem Reporter. Sie habe aus Versehen online vier Tickets für Freitag statt für Samstag gekauft. Nun kommen sie nicht in die Halle. Die Kinder stehen sichtlich enttäuscht daneben. Eine andere Mutter bietet sogar mehr Geld, um doch noch ein Ticket für ihren Sohn zu bekommen. Der guckt, als könne er sein Pech nicht fassen, als der Mann hinter dem Schalter erklärt, dass jetzt wirklich nichts mehr geht.
Berliner Senat stützt Branche mit neuem Hauptquartier
Dass Eltern bereit sind, für ihre Kinder viel Geld auszugeben, hat man in Politik und Wirtschaft längst erkannt. Auch der Berliner Senat investiert in die Branche. Mit dem House of Games soll die Gaming-Branche in Berlin-Friedrichshain ein neues Zentrum bekommen, gefördert wird das Projekt mit mehreren Millionen Euro. Erst im März sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner anlässlich der baldigen Eröffnung: „Die Spiele- und Entwicklerbranche ist schon heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Berlins – mit rund 250 Millionen Euro Jahresumsatz und mehr als 3000 Beschäftigten.“ Dieses Potenzial wolle man gezielt ausbauen und Berlin dauerhaft als führenden Games-Standort in Deutschland sichern.

Die Spiele- und Entwicklerbranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Berlins.
Kai Wegner,, Regierender Bürgermeister von Berlin
„Die Berliner Games-Branche ist längst ein bedeutender und hochinnovativer Wirtschaftszweig. Es ist daher ein konsequenter Schritt, dass der Senat die Berliner Games-Politik nun vollständig in der Wirtschaftsverwaltung ansiedelt“, betonte auch Franziska Giffey im März. Mit dem House of Games Berlin lege man den Grundstein für einen Ort, an dem alle wichtigen Akteure der Branche zusammenkommen.
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Die Branche sieht das offenbar mit Wohlwollen. Kim Jensen sagt gegenüber der Morgenpost zwar, dass es beim Brawl Cup keine Zusammenarbeit mit der Stadt gegeben habe. Aber man sei grundsätzlich sehr offen für Kooperationen. Das Bemühen Berlins um die Branche sieht er positiv. Bei künftigen Veranstaltungen könne man sich vorstellen, vorab auf städtische Akteure zuzugehen, um gemeinsame Interessen auszuloten.







