„Budweiser“ nennen Schwarzmarkthändler und Konsumenten die zäpfchenförmigen Tabletten, weil sie rot-weiß wie die Farben der US-Biermarke. So harmlos wie der Alkohol ist Pregabalin allerdings mitnichten. Pregabalin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der bei Nervenschmerzen, bei Epilepsie oder bei Angststörungen eingesetzt wird. Die empfohlene maximale Tagesdosis liegt bei 600 Milligramm.

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Wie der RBB berichtet, ist Pregabalin in Berlin und Brandenburg mittlerweile zur Partydroge geworden. Konsumiert wird das Medikament zusammen mit Alkohol oder Opioiden, was die aufputschende Wirkung der Drogen noch einmal erheblich verstärken kann. Der Mischkonsum kann aber auch zu Atemwegs- und Kreislaufproblemen führen. Im schlimmsten Fall landen Konsumenten im Krankenhaus. Laut aktuellen Zahlen des Giftnotrufs der Charité hat sich die Zahl der Jugendlichen, die nach einem Pregabalin-Konsum dort registriert wurden, zwischen 2022 und 2025 vervierfacht, von 49 auf 212.
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Hohes Sichtpotenzial macht Pregabalin besonders gefährlich
Die Berliner Haus- und Suchtmedizinerin Doris Höpner weist gegenüber dem RBB darauf hin, dass Pregabalin ein hohes Abhängigkeitspotenzial habe. Jugendliche neigten deshalb dazu, immer höhere Dosen zu nehmen – mit teilweise schwerwiegenden Folgen. In der Szene habe sich ein regelrechter „Medikamententourismus“ entwickelt, so Höpner. „Menschen gehen in einem Quartal in mehrere Praxen, und lassen sich dort jeweils den Monatsbedarf verschreiben. Die Praxen wissen nicht unbedingt, dass sie sich den schon woanders haben verschreiben lassen“, so Höpner im Gespräch mit dem RBB.
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Mittlerweile werden Pregabalin-Tabletten wie andere Drogen auf der Straße verkauft. Auch über Telegram-Gruppen oder zweifelhafte Online-Portale würden sich Konsumenten mit dem Medikament eindecken, sagen Suchtberater. Mitunter wüssten die Jugendlichen gar nicht, was sie sich da eigentlich einwerfen. Zum Teil seien die Tabletten auch falsch gekennzeichnet, was die Arbeit für Ärzte erschwere, wenn ein Jugendlicher nach übermäßigem Konsum in der Notaufnahme lande und die Mediziner gar nicht wüssten, was sie da genau behandeln sollen, sagt Höpner.
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