• In vielen Berliner Bezirken finden sich aktuell die Raupen des Eichenprozessionsspinners
  • Die giftigen Insekten können heftige allergische Reaktionen auslösen
  • Wo sind die Raupen derzeit aktiv? Wie sehen die Symptome bei Kontakt aus?
  • In unserem Überblick erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Eichenprozessionsspinner

Heftige allergische Reaktionen, Reizungen von Augen und Atemwegen, Schwindelgefühle und Fieber: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können für Mensch und Tier lebensgefährlich werden. Seit den 1990er-Jahren breiten sich die Raupen des Schmetterlings (Thaumetopoea processionea) in Deutschland aus.

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Auch in Berlin taucht der Eichenprozessionsspinner, seine Raupen und Gespinstnester auf – aktuell in vielen Bezirken vermehrt. Durch warmes und trockenes Klima wird die Ausbreitung des giftigen Schädlings begünstigt, in einigen Berliner Bezirken ist der Befall in den vergangenen Jahren besonders sprunghaft angestiegen. Wo derzeit im Detail Eichenprozessionsspinner gemeldet werden, können sie dieser Karte entnehmen.

Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners.
Eine Raupe des Eichenprozessionsspinners.© picture alliance/dpa | Soeren Stache | Unbekannt

An dieser Stelle informieren wir über die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners in Berlin, Symptome bei Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe und mit welchen Raupen eine Verwechslungsgefahr besteht.

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Eichenprozessionsspinner in Berlin: Diese Bezirke sind besonders betroffen

Die Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Treptow-Köpenick, Steglitz-Zehlendorf und Spandau weisen aktuell wie in den vergangenen Jahren die meisten befallenen Bäume auf, schreibt das Pflanzenschutzamt Berlin auf seiner Eichenprozessionsspinner-Website. „Hervorzuheben ist, dass sich die Befallsschwerpunkte vorwiegend in beziehungsweise in der Nähe waldähnlicher Anlagen befinden“, heißt es weiter. Erstmals hätten zuletzt auch die Bezirke Neukölln und Marzahn einen „extremen Anstieg“ bei den befallenen Bäumen verzeichnet.

Im vergangenen Jahr war auch der Botanische Volkspark in Blankenfelde-Pankow betroffen. Laut einer Mitteilung des Bezirksamtes wurde an mehreren Bäumen ein verstärkter Befall festgestellt. Diese seien mit gut sichtbaren Warnhinweisen gekennzeichnet. Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge wurden alle Besucherinnen und Besucher gebeten, die markierten Bereiche zu meiden und die Warnhinweise zu beachten. Eine Fachfirma sei mit der Entfernung der Nester beauftragt worden.

Wann ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?

Der Nabu schreibt auf seiner Eichenprozessionsspinner-Website, dass sich die für Mensch und Tier gefährlichen Brennhaare ab dem dritten Larvenstadium ausbilden. Dies geschehe in der Regel je nach Wetter Ende April/Anfang Mai. Die Brennhärchen enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das eine starke Immunreaktion auslösen kann – bei Menschen und beim Hund.

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Die Entwicklungsstadien des Eichenprozessionsspinners. © BM Grafik | Babette Ackermann-Reiche
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Die Entwicklungsstadien des Eichenprozessionsspinners. © BM Grafik | Babette Ackermann-Reiche

Eichenprozessionsspinner: Nest erkennen

Das Nest des Eichenprozessionsspinners ist ein markantes Merkmal des Schädlings, das oft in Eichenbäumen zu finden ist. Es handelt sich dabei um ein graues, spinnenwebartiges Gebilde, das aus den Haaren der Raupen des Eichenprozessionsspinners besteht. Das Nest ist ein Hinweis darauf, dass sich die Raupen in der Nähe befinden. Die Haare der Raupen können bei Kontakt allergische Reaktionen bei Menschen und Tieren hervorrufen, weshalb es wichtig ist, das Nest und die Raupen zu meiden.

Das Nest des Eichenprozessionsspinners.
Das Nest des Eichenprozessionsspinners.© picture alliance / agrarmotive | Klaus-Dieter Esser | Unbekannt

Wie die Schädlingsbekämpfer von Rentokil auf ihrer Eichenprozessionsspinner-Website beschreiben, kann die Größe der Nester stark variieren, von der Breite einer 50-Cent-Münze bis hin zu einigen Metern den Eichenstamm hinauf. Die Nester können demnach überall an der Eiche vorkommen, vom Boden bis zur Spitze. Sie können von Eichen herunterfallen und auf dem Boden gefunden werden. Um das Nest des Eichenprozessionsspinners zu entfernen, sollten Fachleute kontaktiert werden. Diese verfügen über das notwendige Equipment und wissen, wie man das Nest sicher entfernt, ohne dass sich die Haare der Raupen verbreiten.

Eichenprozessionsspinner: Symptome beim Menschen im Überblick

Auschlag nach Kontakt mit den Haaren der Raupe des Eichenprozessionsspinners.
Auschlag nach Kontakt mit den Haaren der Raupe des Eichenprozessionsspinners.© Pflanzenschutzamt Berlin | Unbekannt

Die Symptome nach Kontakt mit den Haaren des Eichenprozessionsspinners treten in der Regel innerhalb von 24 Stunden auf und können unbehandelt einige Tage bis Wochen andauern. Beim Menschen werden folgende Symptome beobachtet:

  • Hautirritationen wie Juckreiz, Rötungen und Ausschlag
  • Schwellungen und Blasenbildung auf der Haut
  • Brennen und Schmerzen auf der Haut
  • Atembeschwerden und Husten bei Einatmen der Haare
  • Augenreizungen und Entzündungen bei Kontakt mit den Augen
  • Übelkeit und Schwindelgefühle bei empfindlichen Personen
  • Allgemeines Unwohlsein
  • In seltenen Fällen können auch schwere allergische Reaktionen auftreten, die lebensbedrohlich sein können

Eichenprozessionsspinner: Symptome beim Hund im Überblick

  • Juckreiz, Rötungen, Quaddeln und Schwellungen
  • Vermehrtes Kratzen und Lecken an betroffenen Stellen
  • Fieber, Erbrechen, Lethargie
  • Allergischer Schock

Verwechslung: Eichenprozessionsspinner und Gespinstmotte im Vergleich

Eine Verwechslungsgefahr besteht mit der völlig harmlosen Gespinstmotte. Anders als beim Eichenprozessionsspinner sind ihre Raupen gelblich-weiß. Sie haben keine Nesselhaare wie der Eichenprozessionsspinner. Die Raupen der Gespinstmotte spinnen ihre Nester zwischen den Ästen von Bäumen und Büschen und sind nicht eng am Stamm anliegend.

Ein Netz der Gespinstmotte, die oft mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners verwechselt wird.
Ein Netz der Gespinstmotte, die oft mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners verwechselt wird.© picture alliance / Andreas Gora | Andreas Gora | Unbekannt

Die Frühjahrswitterung sei für die Entwicklung dieser Insekten förderlich, hieß es von der Umweltsenatsverwaltung zuletzt. Im Inneren der eingesponnenen Gehölzteile befinden sich den Angaben nach zahlreiche weißliche Raupen mit schwarzen Flecken. Vor allem Spindelsträucher – auch bekannt unter dem Namen Pfaffenhütchen – seien betroffen, sie könnten sich jedoch auch an Schlehen oder Weißdornbüsche befinden. 

„Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen die Raupen in den Gespinsten ist weder wirksam noch sinnvoll“, heißt es von der Umweltsenatsverwaltung. Um starke Schäden an den Sträuchern zu vermeiden, sollten die Gespinste herausgeschnitten und vernichtet werden.

bee