Mercedes-Benz verkauft fünf Autohäuser in Berlin und zwei in Brandenburg. Am Dienstagabend teilte der Konzern mit Sitz in Stuttgart mit, dass die konzerneigene Niederlassung Berlin-Brandenburg von der britischen Global Auto Holdings (Gahl) übernommen wird. Diese hatte bereits Filialen in Großbritannien gekauft. Der Wechsel soll, wenn das Kartellamt zustimmt, bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Pläne sind seit 2024 bekannt.
Was bedeutet das für Mercedes-Kunden?
Laut einem Mercedes-Sprecher soll sich für den Kunden nichts ändern, weder im Service noch im Verkauf. „Er merkt nichts davon“, erklärte Benjamin Kraft auf Anfrage. Auch die Preise sollen gleich bleiben. Mercedes bietet schon seit Längerem alle neuen Automobile deutschlandweit zum gleichen Preis an. Auch das Erscheinungsbild der Mercedes-Filialen soll nach dem Verkauf an Gahl unverändert bleiben. Ein Großteil des Mercedes-Vertriebsnetzes bestehe aus freien Händlern, so der Sprecher.
Was bedeutet das für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
Laut Mercedes können alle Mitarbeiter zu der neuen Vertriebsfirma wechseln. Sie werden dann von Gahl angestellt. Die Tarifbindung soll bestehen bleiben. Mit der Gewerkschaft IG Metall wurde ein Nachteilsausgleich vereinbart und eine Regelung für die Altersvorsorge getroffen, so der Mercedes-Sprecher.
Was sagt die Gewerkschaft dazu?
Laut der IG Metall ist unklar, ob der neue Eigentümer auch die Grundstücke kauft, auf denen die Filialen in Berlin und Brandenburg stehen, zum Beispiel das am Berliner Salzufer. Unklar ist auch noch, ob es neben dem Tariflohn weitere Sonderzahlungen und Zusatzleistungen geben wird. Besonders langjährige Mitarbeitende fürchten hier Einbußen, erklärte Constantin Borchelt, erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Die IG Metall wird nach dem Verkauf Tarifpartner bleiben“, betont er.
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Werden die betroffenen Mercedes-Mitarbeiter bleiben oder gehen?
Laut Borchelt ist die Belegschaft zweigeteilt: Die einen wollen auch unter dem neuen Eigentümer bleiben, die anderen wollen gehen, wenn Sonderzahlungen und Extra-Vergütungen wegfallen. Betroffen sind rund 1100 Mitarbeiter, die am Mittwochmittag in einer Betriebsversammlung in der Filiale am Salzufer informiert werden sollen. Auch der CEO von Gahl, Kuldeep Billan, soll dabei anwesend sein. Zu der Veranstaltung sind nur Mitarbeiter zugelassen.
Warum verkauft Mercedes seine Filialen in Deutschland?
Bisher gehörten die Filialen in Deutschland zu Mercedes. In anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Großbritannien, hat Gahl den Vertrieb übernommen. Das habe sich bewährt, erklärt der Sprecher, sodass man den Verkauf auch in Deutschland in die Wege geleitet habe. „Wir konzentrieren uns dabei auf unser Kerngeschäft, Autos zu bauen“, sagte Kraft.
Kann der neue Eigentümer in Mercedes-Filialen nach Übernahme und einer Frist auch Autos anderer Hersteller verkaufen?
Ja. Laut Mercedes können sogenannte Mehrmarkenhändler „unter Einhaltung bestimmter vertraglicher Standards“ mehrere Automarken vertreiben. „Das ist heute schon möglich“, so der Sprecher. Die Handelspartner sind freie Unternehmen, die selbst entscheiden können, mit welchen Herstellern sie zusammenarbeiten, erklärte er. Laut IG Metall verkauft ein Mercedes-Händler in Brandenburg bereits chinesische E-Autos von BYD.



