Die Mäckeritzwiesen am Hohenzollernkanal sind ein idyllisches Fleckchen in Berlin. Zwischen Charlottenburg und Reinickendorf verläuft hier die Bezirksgrenze. Ein kleiner Fakt, der jetzt allerdings eine große Bedeutung bekommt. Am Alten Wiesenweg droht nämlich über 50 Eigenheimbesitzern und hunderten Kleingärtnern in der Siedlung „Mäckeritzwiesen“ die Isolation. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf will die einzige Zufahrtsstraße für den motorisierten Verkehr sperren. Anwohner wittern hinter dieser Entscheidung einen Streit der Bezirke, der auf ihrem Rücken ausgetragen wird.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Ab 27. Mai sollen demnach weder Autos noch andere motorisierte Fahrzeuge die Zufahrtsstraße benutzen dürfen. Formal sei der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf für den Weg verantwortlich, berichtet die „B.Z.“ Administrativ gehörten die Anwohner in der Siedlung jedoch zu Reinickendorf.
Auch interessant
Bezirksamt Charlottenburg will Zufahrtsweg sperren – dutzende Anwohner betroffen
Einem Anwohner zufolge hätte Charlottenburg lange versucht, die Unterhaltungskosten für den Zufahrtsweg nach Reinickendorf abzuwälzen. Doch das gelang nicht. Nun, so vermuten es die Menschen in der Siedlung, greift der Bezirk eben zu drastischeren Maßnahmen und sperrt den Zufahrtsweg. Die Begründung des Bezirks: Der Weg sei Teil des Radweges Berlin – Kopenhagen.
„Offenbar ist unsere Siedlung mit hunderten Betroffenen zum Spielball der Verwaltung geworden“, kommentierte ein Anwohner die drohende Vollsperrung gegenüber der „B.Z“. Da es im Umkreis keine Parkplätze gäbe, müssten sie und ihr Mann künftig wohl in Siemensstadt parken und dann den Bus zum Garten nehmen, erklärte eine Kleingärtnerin gegenüber der Boulevardzeitung.
Doch vielleicht kann die Vollsperrung noch verhindert werden. Der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck (CDU) hat eine Petition gestartet und will das Bezirksamt Charlottenburg zum Umdenken bewegen. Bereits mehr als 600 Menschen haben die Forderung unterschrieben (Stand: 11. Mai, 11 Uhr).
rk





