Innocence in Danger (dt. „Unschuld in Gefahr“), eine internationale Nichtregierungsorganisation, kämpft gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern – und besonders gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet. Homayra Sellier, Gründerin des Vereins, war zu Gast am Berliner Kurfürstendamm, wo der deutsche Verein seinen Sitz hat, um über ihre Arbeit zu berichten.

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Der Verein bietet Kurse und Schulungen für Eltern und Erzieher an, in denen die Risiken des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen über soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok und WhatsApp thematisiert werden. Innocence in Danger bietet auch Beratungen zu Themen wie Cybermobbing und Kunstkurse für traumatisierte Kinder und Jugendliche an. Und kläre über Deepfakes und die illegale Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen auf. „Das Ziel ist hierbei, für schwierige Themen zu sensibilisieren, sie besprechbar zu machen und zu stärken, anstatt zu verstören“, so der Verein. Nur jedes dritte Opfer vertraue sich jemandem an, drei von vier Fällen passieren im engen Familien- und Bekanntenkreis.
Prominente Fälle wie Epstein und Pelicot haben für viel Aufmerksamkeit gesorgt
Vor gut 25 Jahren schrieb Sellier ein Buch über das Internet, das Paradies der Pädophilen. Seitdem habe sich nur wenig geändert, stellte sie in Berlin fest. Doch prominente Fälle wie Natascha Kampusch, Jeffrey Epstein und Gisèle Pelicot in Frankreich hätten mehr Aufmerksamkeit auf den sexuellen Missbrauch gelenkt. „Ein Opfer, das eine Heldin wurde“, sagte Homayra Sellier über Pelicot. Sie sei ihr sehr dankbar dafür.
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Innocence in Danger sei ein Anwalt der Opfer
Im Fall Jeffrey Epstein sei dagegen noch vieles unklar. Auch in Frankreich hatte der pädokriminelle US-Investor ein Netzwerk aufgebaut. Er besaß ein Haus in Paris. Weder sein Fahrer noch seine Hausmädchen seien bis heute vernommen worden, so Sellier. „Es gibt keine echte Untersuchung“, kritisierte sie. Auch die Untersuchung seines Todes in einem New Yorker-Gefängnis werfe viele Fragen auf. Doch ihr Verein sei Anwalt der Opfer und keiner, der selbst Ermittlungen anstelle, betonte sie: „Wir zahlen Steuern für Leute, deren Job das ist.“
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Der Fall von Collien Fernandes, die ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vorwirft, pornografische Inhalte unter ihrem Namen im Netz verbreitet zu haben, habe ein Schlaglicht auf Gesetzeslücken in Deutschland geworfen, die das Internet betreffen. Auch die Diskussion um Deep-Fake-Videos zeige diese Lücken auf. Sellier fordert, dass Provider nicht nur Bilder und Videos von strafbaren Inhalten löschen, sondern zur Strafverfolgung sechs Monate lang speichern müssen.






