Kasupke hat es auf die größte politische Bühne dieses Landes geschafft: in den Bundestag. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat den Kolumnisten der Berliner Morgenpost am Donnerstag in seiner Rede kurzerhand zur Galionsfigur eines Lokaljournalismus gemacht, den es zu retten gilt.

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Kasupke rege sich „mit dem herben Charme Berlins“ über seine Stadt auf, sagte Weimar. Der Taxifahrer sei „ein Ausbund an Direktheit“ und sage die Dinge „wie sie sind“.

Kasupke hat es in den Bundestag geschafft

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    Wolfram Weimer: Warum wir „mehr Kasupke“ brauchen

    Seit 2002 kommentiert Kasupke „uff berlinerisch“ auf der Titelseite der gedruckten Berliner Morgenpost und längst auch auf ihrer Website den Alltag in Berlin, das Weltgeschehen, die Politik und einfach alles, was ihm auf der Seele liegt – mit Herz und Schnauze und frei von der Leber. Bei aller Meckerei über Verkehr, Verwaltung und den Senat teilt er mit seinen Lesern die Liebe zu Berlin.  

    Für Weimer – zwischen 1998 und 2002 in leitender Position bei Welt und Berliner Morgenpost tätig, zuletzt in der Rolle des Doppelchefredakteurs – ist Kasupke damit ein Symbol für einen bewahrenswerten Lokaljournalismus. Dieser sei für das Funktionieren der Demokratie überlebenswichtig, in Zeiten großer digitaler Plattformmedien aber selbst vom Aussterben bedroht.

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    Weimer, der seine kurze Rede mit „Kasupke“ begonnen hatte, setzt mit ihm auch seinen Schlusspunkt. „Wir brauchen weniger gefakte Reels, gekaufte Likes und Hassemojis und mehr Kasupke.“

    Zuvor hatte Weimar seine Redezeit überreizt. Bodo Ramelow (Linke), Vizepräsident des Bundestages, meldete sich deshalb zu Wort. Mit einem freundlichen „Herr Minister“ wies er Weimar auf das Ende der ihm zustehenden Zeit hin. Weimar erwiderte „Ich höre Sie“ und sprach weiter. Schmunzelnd ergänzte Ramelow von seinem Platz hinter dem Rednerpult: „Kasupke ruft“. Weimar brachte seine Rede mit ein paar weiteren Sätzen zu Ende. Bevor er den nächsten Redner aufrief, sagte Ramelow noch: „Da war Kasupke jetzt ein bisschen großzügig.“