Dass in Berlin etwas früher fertig wird als geplant, ist eher nicht die Regel. Doch die Deutsche Telekom hat in Berlin beim Glasfaseraufbau den Meilenstein von einer Million angeschlossenen Haushalten deutlich früher als geplant erreicht. Das erklärte Rodrigo Diehl (50), seit März 2025 Vorstand Deutschland und Sprecher der Geschäftsführung der Telekom, im Gespräch mit der Berliner Morgenpost.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Berlin sei für die Telekom „ein sehr wichtiger Ausbau-Standort“, betont Diehl. Der Hauptsitz des Konzerns ist nach wie vor Bonn, in Berlin hat die Telekom eine Hauptstadtniederlassung am Potsdamer Platz. Bis Ende 2030 sollen zwei Millionen Berliner Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen werden. In Berlin gibt es rund 2,2 Millionen Haushalte.
Der Ausbau komme gut voran, so der Telekom-Chef, und lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt, den Bezirken und „einem tollen Telekom-Team in Berlin“. Beim Ausbau liegen zentrale Bezirke vorn, Lagen am Stadtrand sind eher noch weniger erschlossen. Die Telekom bevorzugte für einen schnellen Ausbau eine hohe Dichte an Haushalten. Schwerpunkte waren Bezirke wie Lichtenberg, Mitte und Tempelhof-Schöneberg. Jetzt nimmt sie Charlottenburg und Marzahn ins Visier.
Auch Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern hätten gute Chancen bei den Anschlüssen

„Wir bauen Stadtteil für Stadtteil. Denn der Glasfaserausbau muss wirtschaftlich sein, nicht überall ein bisschen vorangehen“, erklärt Diehl. Er betont, dass auch Neubaugebiete mit Einfamilienhäusern gute Chancen bei den schnellen Anschlüssen hätten. 70 Prozent seien derzeit in Altbauten verlegt, 30 Prozent in Einzelhäusern, wobei sich der letztere Anteil erhöhe.
Auch die Zeit vom Antrag bis zur Verlegung des Kabels ins Haus oder in die Wohnung soll beschleunigt werden. Wenn ein Vollausbau im Gebäude vorliegt, wäre das innerhalb von Minuten machbar, wenn es Zugang zu den Mietswohnungen gibt. Oft muss die Telekom aber erst Kabel unter der Straße verlegen und nutzt dabei auch die vorhandene Infrastruktur.
Für die Telekom sind Haustürgeschäfte weiterhin wichtig
Neben der Telekom sind in Berlin auch DNS:NET (Schwerpunkt Außenbezirke), Vodafone und die Degewo (Wohnungswirtschaft) sowie Eurofiber, die Fernwärmekorridore nutzt, bei Glasfaseranschlüssen aktiv.
Berlin ist für die Telekom ein sehr wichtiger Ausbau-Standort.
Rodrigo Diehl,, Vorstand Deutschland und Sprecher der Geschäftsführung der Telekom Deutschland
Dass die Telekom bei der Vermarktung auch auf Haustürgeschäfte der Firma Ranger setzt, wird oft kritisiert. Diehl, der 25 nationale Märkte kennt, erklärt, dass seit und nach Corona weniger Kunden in die Telekom-Shops kommen und daher die „Door-to-Door-Vermarktung“ eine wichtige Rolle spiele. Dabei sei die Telekom nicht allein. „Jede Beschwerde ist eine zu viel. Statistisch kommt auf 1000 Verträge im Haustürvertrieb nur eine. Aber wir gehen diesen Fällen sehr genau nach“, so Diehl.

Beim schnellen Mobilfunk 5G ist die Telekom in Berlin auf der Zielgeraden
Der oft totgesagte Festnetzanschluss sei laut Diehl auch zehn Jahre später noch am Leben. Und beim schnellen, mobilen Datennetz 5G sei die Telekom auf der Zielgeraden, schaffe mit 1150 Funkmasten 99 Prozent Abdeckung in Berlin. Mehr als 100 Standorte sollen dieses Jahr dazukommen.
Glasfaser kann Daten schneller transportieren als Kupferkabel. Hohe Geschwindigkeiten werden auch beim Hochladen der Daten erreicht. Die Verzögerung (Latenz) ist deutlich kürzer, was zum Beispiel bei Spielen wichtig ist. Die Geschwindigkeit reicht von 150 Megabit bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Bundesweit hat die Telekom bislang 13 Millionen Glasfaseranschlüsse verlegt.




