Wie wird eine Bank nachhaltig? Die Berliner Volksbank macht es vor. Laut einer aktuellen Studie zählt die große Genossenschaftsbank zu den nachhaltigsten Banken Deutschlands. Das Wirtschaftsmagazin „Capital“ hat die Berliner Volksbank mit dem 5‑Sterne‑Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet. Damit belegt sie Platz vier im bundesweiten Bankenranking.

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Die Volksbank ist nach eigenen Angaben „eine zentrale Partnerin bei der Finanzierung der regionalen Energiewende in Berlin und Brandenburg“. Und sie hat im vergangenen Jahr 24 Prozent mehr Kredite für erneuerbare Energien ausgegeben. Seit 2011 wurden insgesamt 1,1 Milliarden Euro für Wind‑ und Solarprojekte sowie weitere nachhaltige Geschäftsmodelle ausgegeben.

Die Auszeichnung als eine der nachhaltigsten Banken Deutschlands basiert auf einer Studie des Instituts für Vermögensaufbau (IVA), in der unter anderem die Nachhaltigkeit im Geschäftsbetrieb, im Produktangebot und im Kreditgeschäft bewertet wurde. Die Berliner Volksbank schnitt besonders bei der Governance und der Verankerung von Nachhaltigkeit im Kerngeschäft gut ab.

Auch bei „Nachhaltigkeit im Unternehmen“ schnitt die Volksbank sehr gut ab


Die Studie bewertet auch die „Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen“. Dabei schnitt die Berliner Volksbank „sehr gut“ ab. Auch in Sachen „Dimensionen, Environment, Social und Governance“ hat sie die bestmögliche Bewertung erhalten. Dabei werden nicht einzelne Maßnahmen abgefragt, sondern vielmehr, ob und wie das Thema Nachhaltigkeit in der Bank verankert ist.

Volksbank
Die Berliner Volksbank ist eine der größten im Genossenschaftsverbund (Archivfoto).© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Vielen Kunden ist die Nachhaltigkeit ihrer Bank wichtig, manche suchen sie sich sogar gezielt danach aus. Die Berliner Volksbank hat eine eigenständige Abteilung, die für Nachhaltigkeit zuständig ist. Diese leitet die Strategie, Umsetzung und Weiterentwicklung von „grünen Maßnahmen“. Dazu gibt es ein Nachhaltigkeitskomitee, in dem Mitarbeitende über Fortschritte und neue Initiativen berichten. Die Ergebnisse werden Vorstand und Aufsichtsrat vorgelegt. In die Bewertung der Volksbank flossen auch Aspekte wie Klimaschutzmaßnahmen im Geschäftsbetrieb, Schulungen von Mitarbeitenden sowie Themen wie Diversität, Frauenanteil und Inklusion ein.

Um die regionale Wirkung in Berlin und Brandenburg zu bewerten, schaute die Studie besonders auf die Angaben zum nachhaltigen Kreditgeschäft. Laut der Volksbank hat sie in Brandenburg seit 2011 die Finanzierung von 42 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 120,3 Megawatt sowie von 38 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 251,3 Megawatt begleitet. Die Gesamtleistung von 371,6 Megawatt reicht rechnerisch aus, um eine Großstadt oder eine ganze Region mit Strom zu versorgen.

Die Summe aller nachhaltigen Kredite beträgt rund 176 Millionen Euro

Die Summe aller in Anspruch genommenen Kredite und zugesagten Kreditlinien in diesem Bereich beträgt rund 176 Millionen Euro, bereits erfolgte Tilgungen sind darin berücksichtigt.

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Die Berliner Volksbank nutzt die Studie vor allem zur Bewertung der eigenen Entwicklung. „Als regionales genossenschaftliches Institut ist Nachhaltigkeit kein Spezialsegment, sondern wird seit 2022/23 schrittweise in die bankbetriebliche Praxis integriert“, teilt die Bank mit. Das 5-Sterne-Nachhaltigkeitssiegel sieht sie weniger als Auszeichnung, sondern „als Instrument zur Weiterentwicklung im Wettbewerb und zur Begleitung der Transformation in der Region Berlin‑Brandenburg“. Die Berliner Volksbank feiert 2026 ihr 80. Jubiläum.