Teslas Fabrik in Grünheide bei Berlin meldet deutlich weniger Krankmeldungen. Der Krankenstand soll nach Angaben von Werksleiter André Thierig auf unter fünf Prozent gesunken sein. Noch im Sommer 2024 lag er bei 17 Prozent. Doch soll das Unternehmen für diese Werte eine umstrittene Methode nutzen.
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Tesla-Werk in Grünheide: Bericht über Umgang mit Krankheit von Mitarbeitenden
Thierig präsentierte die Zahlen kürzlich auf der Hannover Messe. Er sagte, viele Firmen wären „neidisch“, wenn sie so eine Entwicklung hätten. Als Gründe nannte er neue Angebote für die Belegschaft: ein Fitnessstudio, einen Barbershop und einen vergünstigten Fahrzeugmietservice. Außerdem habe sich die Stimmung verbessert. „Die Leute finden es geil“, fügte er hinzu.
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Doch der Umgang mit kranken Beschäftigten sorgt für Kritik. Nach Recherchen des „Handelsblatts“ schickt Tesla Schreiben an Mitarbeiter, die länger krank sind. In diesen Briefen kündigt der Konzern an, die Lohnfortzahlung zu stoppen. In einem der Schreiben soll die Überschrift lauten: „Keine weitere Entgeltfortzahlung wegen möglicher Fortsetzungserkrankung“. Tesla stellt darin offenbar infrage, dass es sich um eine neue Krankheit handelt. Dem Bericht zufolge werden Beschäftigte aufgefordert, ihre Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden und ihre Krankengeschichte ausführlich offenzulegen.
Arbeitsrechtler halten diese Forderungen für überzogen. Der Bonner Arbeitsrechtsprofessor Gregor Thüsing sagt, das gehe weiter, als die Rechtsprechung verlange. Beschäftigte müssten keine Diagnosen offenlegen. Auch Ärzte seien nicht verpflichtet, mit Tesla über medizinische Details zu diskutieren. Thüsing spricht von „juristisch hoch umstrittenen“ Forderungen. Die IG Metall hatte bereits 2024 rund 160.000 Euro für Tesla-Beschäftigte erstritten, deren Lohn einbehalten wurde.
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Nach Reduzierung: Tesla stellt mehr Mitarbeitende ein und setzt stärker auf Automatisierung
Trotz der Kritik will die US-Firma im Berliner Umland weiter wachsen. Werksleiter Thierig kündigte an, bis Ende Juni etwa 1000 neue Mitarbeiter einzustellen. Die Produktion soll auf 6000 Autos pro Woche steigen. Zugleich ist die Belegschaft seit März 2024 von gut 12.400 auf rund 10.700 Menschen geschrumpft.
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Thierig begründet das mit mehr Automatisierung. Damit könne Tesla mit weniger Personal die gleiche Zahl an Fahrzeugen bauen. Der Druck sei hoch, sagt er. Man konkurriere mit Elektroautos aus China. Um in Deutschland die beliebtesten E-Autos zu produzieren, müsse Tesla „an der Effizienzschraube drehen“.

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Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) hält die geplante Aufstockung der Beschäftigtenzahl im Werk in Grünheide für ein „starkes Bekenntnis“ zum Standort. Die neue Landesregierung stehe weiterhin „voll hinter Tesla“, sagte Klement vergangene Woche bei einem Besuch des Werks. Sie werde „auch weiterhin alles dafür tun, alles möglich zu machen, dass die Rahmenbedingungen optimal sind, dass die Firma hier sich weiter auch noch erweitern kann“.









