Zum Artikel „Wenn Mitgefühl zum Irrtum wird“ vom 23. April
Auch in der Berichterstattung der Morgenpost weiß angeblich wieder eine Expertin, was für den Wal das Beste ist, allerdings ohne das Tier je selbst in Augenschein genommen zu haben. Der Verweis auf ähnliche Fälle greift doch viel zu kurz, weil die Fälle eben nicht wirklich ähnlich genug sind. Außerdem handelt es sich um ein lebendes und fühlendes Wesen, noch dazu um das größte Säugetier der Erde, da verbietet sich Statistik als Entscheidungsgrundlage. Es ist auch sehr verstörend, wie viele Walexperten derzeit täglich aufmerksamkeitsheischend an die Öffentlichkeit treten und ihre zweifelhafte Expertise möglichst gegen Bezahlung wie eine Ware feilbieten. Es gibt nur wenige Menschen, die dem Tier aktuell helfen, mit Geld, mit Zeit und mit „Machen“ und das Ganze gegen irrwitzige bürokratische Hürden. Diese Gruppe darf zu dem Thema eine Stimme haben. Alle anderen dürfen eine Meinung haben, die sie gerne erst einmal für sich behalten, und die Helfer vor Ort machen lassen.
Peter Foss, per Mail
Bei allem Verständnis für das Bemühen um eine Rettung von Timmy, erscheint mir der damit verbundene Aufwand (ich höre schon die Naturschützer aufheulen) nicht nur in finanzieller Hinsicht gelinde gesagt nicht mehr verhältnismäßig. Ganz abgesehen – und auch da gehen die Meinungen auseinander – davon, ob man dem Tier letztlich den Gefallen tut, den man sich von der ganzen Aktion verspricht.
Karl-Heinz Pohle, per Mail
Zum Artikel „Vermieter laufen Sturm gegen Mietkataster“ vom 24. April
Warum regen sich Vermieter auf? Wer nichts zu verbergen hat, trägt die Daten ein. Dann würde, wie bei unserem Umzug, auffallen, dass in der alten Wohnung (Milieuschutzgebiet) von der relativ neuen Hausverwaltung merkwürdige Entscheidungen getroffen wurden. Etwa die Dielen mit Estrich und Vinyllaminat als Vertuschung des jahrelangen Mäuseproblems im 2. Obergeschoss. Oder, dass die nach einem Wasserschaden durch die Versicherung bezahlte Badrenovierung zu einer Mietsteigerung von über 200 Euro geführt hat, was über 20 Prozent der Warmmiete entsprach. Da wir unsere Nachmieter nicht kennengelernt haben, konnten wir sie nicht darauf hinweisen. Bei einem Kataster wäre das aufgefallen, vor allem, da die vorhergehende Mieterhöhung gerade erst ein Jahr zurücklag. Auch solche Vorgänge treiben den Mietspiegel und könnten dann wirksam bekämpft werden.
Viviane Schütt, per Mail
Zum Artikel „Alexander Gerst: Der Mond ist erst der Anfang“ vom 24. April
Der Mond ist extrem lebensfeindlich. Menschen können nur mit großem Aufwand per Rakete dorthin gebracht werden und sich nur unter extremen Schutzmaßnahmen und vermutlich auch nur begrenzte Zeit dort aufhalten. Von einer „Besiedelung“ des Mondes zu sprechen, ist daher reiner Etikettenschwindel. Dass wissenschaftliche Neugier, der Profilierungsbedarf von Herrn Söder („Bayern ist das deutsche Houston!“), die Eitelkeit von Frau Bär („Mondgipfel“, „Raumfahrtnation“) und die Kindheitsträume von Herrn Gerst („Der achte Kontinent!“) nun dazu führen, dass es demnächst wieder Flüge zum Mond geben soll, ist zwar erklärlich, aber kaum begreiflich. Die gewaltigen Kosten, die dafür aufgebracht werden müssen, stehen meines Erachtens in keiner vertretbaren Relation zu den in absehbarer Zukunft zu erwartenden Erträgen.
Wolf-Rüdiger Heilmann, per Mail
Zum Artikel „Expertin fordert Training für E-Scooter in der Schule“ vom 22. April
Nach jetzigem Stand vermute ich stark, dass E-Scooter (zumindest die mietbaren) in der Stadt verboten werden. Weshalb? Weil sich gefühlt niemand der Nutzer an geltendes Recht hält. Denn das Mindestalter ist bei Mietmodellen aus versicherungstechnischen Gründen 18! Nach meiner Beobachtung sind in den meisten Fällen deutlich jüngere Jugendliche und Kinder auf den Teilen der bekannten Verleiher unterwegs. Von diesen wird oft aus Spaß an der Freude „gescootert“ und Regeln werden meist nur als Vorschläge zur Kenntnis genommen. Wenn überhaupt. Eine Einweisung mit Prüfung sollte für alle verpflichtend werden. Was mir neben all den bekannten Vergehen heute auffiel, war das Fahren – natürlich immer zu zweit – über den Zebrastreifen. Ohne vorher anzuhalten, die Lage zu peilen, Blickkontakt mit Autofahrern aufzunehmen und dann, wenn wirklich alles okay ist, den Zebrastreifen zu passieren. Von keinem Autofahrer kann erwartet werden, dass er abrupt in die Eisen geht, weil aus dem Nirwana ein Scooter- oder Fahrradfahrer (die es oft genauso machen) vor ihm auf die Fahrbahn schießt. Gibt es in Schulen heute keine Verkehrserziehung mehr? Eltern scheint die Gesundheit ihres Nachwuchses anscheinend auch nicht mehr wirklich zu interessieren. Wäre es anders, gäbe es nicht so wahnsinnig auffällig viele Fälle von Regelbrüchen – und nicht selten damit verbundene Knochenbrüche.
Ullrich Herzau, per Mail
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