Der erste Teil dieser Großbaustelle ist unter dem Gebüsch fast wieder verschwunden: der längst fertige Fahrstuhl für den U-Bahnhof Gneisenaustraße in Kreuzberg. Seit vergangener Woche sind nun tatsächlich die Bauarbeiten am Bahnhof angelaufen, die die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) schon vor einem Jahr angekündigt hatten.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Schon damals waren für die Baustelle zahlreiche große Platanen gefällt worden, die den Bahnhof beschatteten. Nun ist zwischen Südstern und Mittenwalder Straße der nördliche Fahrstreifen auf mehr als einem Kilometer weiträumig abgesperrt. Der Verkehr wird über die südlichen Fahrspuren des Boulvards umgeleitet, der etwa so breit ist wie der Kurfürstendamm und historisch wie dieser zum „Generalszug“ gehört.

In den nächsten Jahren bauen hier Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Berliner Wasserbetriebe (BWB) und Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) in sechs Bauphasen voraussichtlich bis 2028/2029. Die beiden anderen Unternehmen tauschen und sanieren mehr als 5,3 Kilometer Leitungen für Trink- und Abwasser sowie Gas. Allein BWB investieren rund 23 Millionen Euro, so ein Sprecher vor einem Jahr.
Noch bevor die ersten Bagger anrückten, parkten Autos in der neuen Baustellen-Sackgasse
Die BVG dichtet den rund 100 Jahre alten Tunnel der Linie U7 ab und saniert den U-Bahnhof Gneisenaustraße. Ein neuer Zugang ist geplant, die Station soll barrierefrei werden, Bahnsteigkanten werden angepasst. Und, hoffentlich, der „historische“ Fahrstuhl eröffnet. Die U7 solle trotz Bau fahren und auch der Bahnhof geöffnet bleiben, so die BVG.
Allerdings werde die Großbaustelle auf der Straße immer wieder verschwenkt und „zum temporären Wegfall von Parkplätzen führen“, hieß es damals. Aktuell lässt sich allerdings das Gegenteil beobachten. Noch bevor die ersten Bagger anrückten, war die baustellenbedingte „Sackgasse“ auf der Gneisenaustraße großflächig begeparkt.
Verelendung in Kreuzberg: 50 Spritzen im Baum! Das ist der Drogenhotspot Gneisenaustraße
Gleich drei Unternehmen bauen mehrere Jahre: Wo Berlins nächste Groß-Baustelle mitten im Zentrum entsteht
Kahlschlag in Kreuzberg: Platanen am U-Bahnhof Gneisenaustraße gefällt – „Katastrophe“
Am Südstern herrscht Parkplatzmangel: Bezirksamt will trotzdem 90 weitere Parkplätze abschaffen
Gneisenaustraße wie Unter den Linden: Kreuzberger Architekt möchte ihr das boulevardhafte Flair zurückgeben
Markt an der Gneisenaustraße: Warum Austern im Kiez des Klassenkampfs so gut laufen





