Mitten in laufenden Tarifverhandlungen hat die Vivantes-Geschäftsführung alle bisherigen Tarifangebote zurückgezogen. Die Gewerkschaft ver.di spricht von einem Erpressungsversuch und kündigt Widerstand an. Mit einer Pressemitteilung vom 20. April 2026 teilte Vivantes mit, sämtliche Angebote in der laufenden Tarifrunde mit den Vivantes-Tochtergesellschaften zurückzuziehen.
Ver.di wirft Vivantes vor, geplante Gesetzesänderung auszunutzen
Begründet wird der Schritt mit erwarteten Mindereinnahmen durch ein geplantes Gesetz zur Beitragsstabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen, das Gesundheitsministerin Warken angekündigt hat.
Ver.di hält die von Vivantes genannten Zahlen für nicht nachvollziehbar und wirft dem Unternehmen vor, verschiedene Finanzierungsstränge unzulässig miteinander zu vermischen. Ver.di-Verhandlungsführerin Jana Seppelt kritisiert den Schritt scharf: „Hier wird ein durchschaubares Spiel auf Kosten der Tochter-Beschäftigten gespielt. Die Vivantes-Geschäftsführung schiebt nun die bundesweiten Entwicklungen vor, um die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag zur Rückführung nicht umsetzen zu müssen.“
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Gewerkschaft warnt vor Folgen für Vivantes-Beschäftigte
Der Eigentümer von Vivantes – das Land Berlin – müsse nun zeigen, wer in der Stadt das Sagen habe, so Seppelt. Die Gewerkschaft sieht in dem Vorgang auch ein Signal für die Folgen der aktuellen Gesundheitspolitik. „Die Niedriglohnbeschäftigten bei Vivantes drohen hier die ersten Opfer der geplanten Gesundheitsreform zu werden“, erklärt Seppelt. Wer für das geplante Gesetz stimme, habe seinen Kredit bei den Gesundheitsbeschäftigten verspielt.
pau



