Zum Kommentar „Deutschlandticket: Die Volksseele hängt nicht nur am Spritpreis“ vom 17. April
Frau Staubers Forderung nach einer höheren Subventionierung des Deutschlandtickets ist wünschenswert, aber aktuell weder bezahlbar noch angemessen. Der Preis für das Deutschlandticket wurde im Januar 2026 von 58 Euro auf 63 Euro erhöht – eine Steigerung innerhalb eines Jahres um etwa 9 Prozent. Diese Kosten sind für die Nutzer des Tickets fix. Der Preis für den Liter Benzin stieg seit Januar 2026 von etwa 1,75 Euro auf aktuell ungefähr 2,25 Euro – eine Erhöhung um circa 29 Prozent mit täglichen Veränderungen. Daraus lässt sich objektiv ableiten, dass die auf zwei Monate limitierte steuerliche Entlastung auf den Literpreis für alle Personen und Firmen, welche auf ein tankbetriebenes Fahrzeug angewiesen sind, durchaus Berechtigung hat. Das Deutschlandticket wird übrigens trotzdem zusätzlich dadurch subventioniert, dass die Deutsche Bahn und der öffentliche Nahverkehr die enorm gestiegenen Energiekosten nicht an die Nutzer weiterreichen, sondern der Preis des Deutschlandtickets aller Voraussicht nach auch bis Jahresende fix ist. Daher ist die unterstellte einseitige Bevorzugung durch den „Tankrabatt“ eine Fehleinschätzung.
Daniela Scheven, per Mail
Zum Artikel „Weniger Geld, weniger Studenten, mehr Operationen: So soll die Charité sparen“ vom 16. April
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Die Reduzierung von Humanmedizinstudienplätzen an der Charité von 600 auf 540 spart im Landeshaushalt insgesamt bei angenommenen Kosten eines Medizinstudienplatzes bis zum Dritten Staatsexamen von 220.000 Euro erst im siebenten Jahr nach Reduzierung 13,2 Millionen Euro ein (ca. 3,50 Euro pro Berliner und Jahr). Bezahlt wird dieses geringe Einsparpotenzial mit einem zehnprozentigen Rückgang ausgebildeter Humanmediziner. Bundesweit fehlen bereits 5000 Humanmedizinstudienplätze, nur um den Ersatz der demnächst in Rente gehenden Kollegen und Kolleginnen sicherzustellen. Laut Aussage von Ex-Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach vom April 2024 addierte sich dies auf 50.000 nicht ausgebildete Mediziner, jetzt nach weiteren zwei Jahren des Nichtstuns also 60.000. Da die Bereitstellung von Humanmedizinstudienplätzen Ländersache ist, der sie in keinem Maß ausreichend nachkommen, „darf“ sich die Bevölkerung auf einen weiter zunehmenden Ärztemangel einstellen. Bei einem zweiprozentigen Rückgang von niedergelassenen Praxisinhabern pro Jahr binnen der vergangenen 10 Jahre, fehlen im Jahr 2036 dann weitere 20 Prozent, was einem Zusammenbruch der ambulanten medizinischen Versorgung gleichkommt. Berlin müsste 980 Humanmedizinstudienplätze vorhalten, um zukunftsfähig zu sein.
Olaf Seliger, Facharzt für Allgemeinmedizin und Ex-Hausarzt, per Mail
Zum Artikel „So will die schwarz-rote Koalition Auftragsvergaben erleichtern“ vom 17. April
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Es fasziniert immer wieder, wie informiert Berliner Politiker in Verantwortung sind. Sie brüten in ihren Kokons, beschließen und wundern sich dann, wenn es nicht funktioniert. Sie glauben jetzt tatsächlich, dass es an den zu komplizierten Ausschreibebedingungen liegt, dass Unternehmen zu wenig Aufträge nachfragen. Sie haben nicht verstanden, dass ein mittelständischer Unternehmer nicht ein Jahr lang und länger warten kann, ehe ein Sachbearbeiter im Senat oder Bezirksamt eine Rechnung zur Zahlung anweist. „Zu wenig Personal“, heißt es dann immer (bei z. T. 14 Beauftragten in dem kleinen Bezirksamt Reinickendorf). Wesentlich wäre ein Beschluss in der Klausurtagung, dass Zahlungen für Rechnungen in maximal 3 Monaten erledigt sein müssen, ohne Abzüge.
Bernd-R. Klinge, per Mail
Zum Artikel „Schwerer E-Scooter-Unfall in Berlin-Neukölln – Mädchen stirbt“ vom 19. April
Zuallererst möchte ich den Angehörigen der Verstorbenen mein herzliches Beileid aussprechen und dem verletzten Mädchen schnelle und vollständige Genesung wünschen. Ich bin selbst begeisterter E-Scooter-Fahrer und möchte auch keinen Oberlehrer spielen. Weil ich aber immer öfter etwas über schwere Unfälle höre, muss ich dazu etwas schreiben. Scooter sind definitiv so gebaut, dass sich damit wirklich nur eine Person fortbewegen sollte. Und das ist eine mindestens 14-jährige Person. Denn nur dann hat man die nötige Kontrolle über das Fahrzeug. Jede weitere Person (4 waren meine Rekordbeobachtung) lässt zum einen den Versicherungsschutz erlöschen und macht zum anderen sicheres Fahren und Bremsen schlichtweg unmöglich. Mehr als schade finde ich auch, dass geltende Regeln immer öfter ganz plump umgangen werden. Auf dem Bürgersteig wird nicht gefahren, sondern abgestiegen und geschoben. Punkt. Und bei der Fahrt mit dem Handy zu daddeln, ist auch keine gute Idee. Ich befürchte, dass alle, die sich an Vorschriften halten, mit den vielen Regelbrechern in einen Topf geschmissen werden. Und schlussendlich kommt dann das generelle Verbot. Das wäre schade. Denn ich möchte dieses Vehikel für die meisten Wege, die ich inzwischen damit zurücklege, nicht mehr missen.
Ullrich Herzau, per Mail




