Morddrohungen über Seiten hinweg. Männer, die schreiben, dass sie eine tote Frau vergewaltigen wollen. KI-Pornos mit den Gesichtern prominenter Frauen. Fünf Betroffene haben der Berliner Morgenpost von ihren Erfahrungen mit digitaler Gewalt berichtet. Ihre Schilderungen schockieren – dabei sind sie nicht neu.

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Für Frauen hat sich inzwischen eine Normalität eingeschlichen. Digitale Gewalt ist zu einem Dauerzustand geworden. Sie wache jeden Morgen mit Anfeindungen auf, sagt etwa die Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal. Schlimmste Vergewaltigungsfantasien sind für Frauen im Netz längst normal. Dabei ist es alles andere als das. Es ist respektlos, ekelhaft und entwürdigend.
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Normalität ist Zeichen jahrelangen Wegschauens der Politik
Seit Jahren sprechen Frauen öffentlich über ihre Erfahrungen. Seit Jahren verspricht die Politik Konsequenzen. Passiert ist nahezu nichts. Dabei sind Veränderungen so dringend nötig. Die Politik muss endlich handeln.

Denn nicht nur prominente Frauen sind von digitaler Gewalt betroffen. Sie aber sind es häufig, die die Kraft aufwenden, sich öffentlich zu äußern. Sie sind es, die wissen, wie Interviews zu führen sind. Dafür zahlen sie jedoch einen Preis: Wer sich als Frau selbstbewusst oder politisch äußert, erntet noch mehr Hass. Die Gewalt, die sie ohnehin erleben, verstärkt sich nach jedem öffentlichen Auftritt.
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Trotzdem schweigen diese Frauen nicht. Sie stützen einander, weil sie wissen: Wer nichts sagt, wird nicht gehört. Diese Frauen haben keine Wahl. Denn Männer erheben in dieser Sache selten ihre Stimme für sie. Also müssen die Betroffenen selbst sprechen.
Dass dabei eine Normalität entstanden ist, ist auch Folge jahrelangen Wegschauens in Politik und Justiz. Denn die Vergangenheit hat zu oft gelehrt: Nach jedem Aufschrei verstummt die öffentliche Debatte schnell. Reformen verlaufen im Sand.
Plattformen müssen reguliert und Täter bestraft werden
Der technische Fortschritt und die Möglichkeiten sexualisierter Gewalt durch KI bringen nun eine neue Tragweite in die Debatte. So sind etwa die Herstellung und das Verbreiten von sogenannten Deepfake-Pornos kein Straftatbestand. Für Betroffene ist das eine Farce. Dass sich die Gesellschaft an diesen vermeintlichen Normalzustand gewöhnt hat, ebenfalls.
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Um Frauen mehr zu schützen, hat Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) an diesem Freitag, 17. April 2026, einen Gesetzentwurf zu digitaler sexualisierter Gewalt vorgestellt. Ein längst überfälliger Schritt. Gesetzeslücken müssen geschlossen werden. Plattformen müssen verpflichtet werden, Deepfakes zu löschen. Täter müssen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.
Politikerinnen und Politiker in diesem Land müssen endlich die Ärmel hochkrempeln und die Hälfte der Bevölkerung ernst nehmen. Es muss jetzt mit voller Kraft um den Schutz der Frauen gehen. Damit sie nicht mehr dazu gezwungen sind, immer wieder öffentlich über ihre niederschmetternden Erfahrungen zu sprechen. Und damit Normalität endlich bedeutet, vor digitaler Gewalt geschützt zu sein.








