Ein 13-jähriger Schüler hat auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche in Spandau eine seltene Bronzemünze aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. entdeckt. Der rund zwölf Millimeter kleine Fund ist die erste griechische Antike-Münze, die je im Berliner Stadtgebiet gefunden wurde.

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Die Münze datiert auf die Zeit zwischen etwa 281 und 261 v. Chr. und stammt aus der hellenistischen Münzstätte Ilion – dem antiken Troja in der heutigen Nordwesttürkei. Das berichtet das Landesdenkmalamt Berlin in einer Pressemitteilung. Die Vorderseite zeigt den Kopf der Göttin Athena mit korinthischem Helm, die Rückseite Athena Ilias mit Kalathos, einem besonderen Kopfschmuck, sowie Speer und Spindel in den Händen.

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Archäologischer Sensationsfund: Gräberfeld aus mehreren Epochen entdeckt

Zunächst war unklar, ob das Stück aus einem archäologischen Kontext stammt oder ein neuzeitlich verlorenes Sammlerstück ist. Eine Überprüfung des Fundortes durch Fachleute brachte Klarheit. Keramikfragmente, Leichenbrand und ein Bronzedoppelknopf weisen auf ein bronze- beziehungsweise früheisenzeitliches Gräberfeld hin. Auch Funde aus der römischen Kaiserzeit sowie ein slawischer Messerscheidenbeschlag belegen eine Nutzung des Areals über mehrere Epochen hinweg.

Während römische Objekte in Berlin vereinzelt nachgewiesen werden konnten, fehlten griechische Funde bislang vollständig. Der aktuelle Fund gilt daher als wissenschaftliche Besonderheit.

Spannende Achäologie-Artikel – für Sie recherchiert

Antike Münze gelangt vermutlich über Handelswege nach Deutschland

Wie die Münze aus dem östlichen Mittelmeerraum in den nordmitteleuropäischen Raum gelangte, ist bislang ungeklärt. Bekannt ist, dass in der Antike Handelskontakte zwischen dem Ostseeraum und dem Mittelmeer bestanden – vor allem über den Bernsteinhandel. Auch die Reise des griechischen Seefahrers Pytheas um 330 v. Chr. wird mit diesen Verbindungen in Zusammenhang gebracht.

Aufgrund ihres geringen Materialwertes – die Münze wiegt etwa sieben Gramm – und ihres Fundortes auf einem mutmaßlichen Gräberfeld gehen Experten davon aus, dass sie eher eine symbolische als eine wirtschaftliche Funktion hatte. Die Münze ist seit dem 15. April im PETRI Berlin in der Vitrine „Aktuelle Funde“ im ersten Obergeschoss zu sehen.