Zum Artikel „Probeunterricht zu schwer? Wir haben getestet, ob Berliner 1er-Schüler ihn bestehen“ vom 13. April

„Beim Lesen gewinnt man den Eindruck, dass dieses Ergebnis nicht unbedingt von der Schwere der Aufgabe abhängen muss, sondern eher, dass Berlins Bildungsniveau offenbar weiter desaströse Formen aufweist und damit in seiner Wertigkeit nicht ohne Grund zu den bundesweiten Schlusslichtern gehört. Außerdem drängt sich in dieser Debatte eine Frage auf: Warum muss man auf Biegen und Brechen aufs Gymnasium? Es gibt heutzutage einige Möglichkeiten, auch ohne Gymnasium das Abitur zu erreichen, ohne Abitur zu studieren oder einfach ohne Studium im Leben weit zu kommen. Schulformen außerhalb des Gymnasiums wurden über Jahre hinweg ausgegrenzt und als Hort für jene gebrandmarkt, die sonst offenbar nichts können. Kurzum: Es ist keine Schande, nicht aufs Gymnasium zu gehen. Dieses Bildungsniveau jedoch sollte dringend zur Chefsache gemacht werden.“

Constanze Meyer Roick, per E-Mail

„Meine sechste Klasse liegt, wenn ich richtig gerechnet habe, mehr als 60 Jahre zurück. Dennoch hat es mich gereizt, den aktuellen Test nach dem Probeunterricht zur Aufnahme in ein Berliner Gymnasium selbst einmal auszuprobieren – beschränkt auf das Fach Mathematik. Mit meinem Ergebnis möchte ich nicht prahlen; schließlich liegen zwischen meiner Schulzeit und heute ein paar Jahrzehnte Lebenserfahrung. Umso erstaunter war ich jedoch, als ich meine Lösungen mit den veröffentlichten Musterlösungen verglich: In mindestens zwei Fällen erscheinen diese schlicht falsch. So wird in Aufgabe 5b (Würfelspiel) auf die Frage, wie oft insgesamt gewürfelt wurde, die Antwort ,20‘ angegeben. Tatsächlich ist das Spiel jedoch bereits nach zehn Würfen gewonnen und damit beendet. Auch Aufgabe 5d wirft Fragen auf. Gefragt wird, wie viele Seiten eines grau-weißen Würfels grau sein müssen, damit die Wahrscheinlichkeit für ,grau‘ größer ist als für ,weiß‘. Als Lösung wird ,5‘ angegeben. Tatsächlich trifft dies aber bereits ab vier grauen Seiten zu; korrekt wäre also ,mindestens 4‘ (bzw. ,4, 5 oder 6‘). Wenn schon bei den Musterlösungen Unklarheiten oder Fehler auftreten, überrascht es nicht, wenn die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler entsprechend ausfallen.“

Ulrich Diestel, per E-Mail

„Die gymnasiale Empfehlung ist eine pädagogische Einschätzung der Grundschule, ob ein Kind für den Besuch eines Gymnasiums geeignet ist. Die Beurteilung erfolgt in Berlin auf den Grundlagen Notendurchschnitt, Lern-und Arbeitsverhalten und kognitive Fähigkeiten. Lehrerinnen und Lehrer beurteilen, wie selbstständig ein Kind arbeitet, wie belastbar es ist. Systematisches Denken von schwierigen Zusammenhängen sind entscheidend für das Niveau am Gymnasium. Entscheidend ist das Gesamtbild der schulischen Entwicklung. Auf der Grundschule haben Kinder während der gesamten Zeit durch Leistung, Einsatz und Verhalten Gelegenheit, dies nachzuweisen. Ob ein Kind auf ein Gymnasium wechseln sollte, können nach meiner Meinung nur Lehrerinnen und Lehrer der Grundschulen, die jahrelang, täglich mit dem Kind pädagogisch gearbeitet haben, beurteilen. Man würde sonst auch ihr pädagogisches Hochschulwissen anzweifeln und infrage stellen. Übrigens: Nicht jeder muss das Abitur machen, nicht jeder muss studieren. Wir brauchen dringend Handwerker! Handwerk hat heute wieder goldenen Boden! Der Weg zum Abitur, falls unbedingt gewünscht, ist außerdem auf anderen Wegen immer noch möglich. Der Test ist meines Erachtens aufgrund der beurteilenden Lehrerkompetenz überflüssig und sollte abgeschafft werden.“

Wolfgang Horn, per E-Mail

Zu den Artikeln „Union ist ein Vorbild im Profifußball“ und „Die Zukunft kann beginnen“ vom 13. April

„In der (m. E. berechtigten) Begeisterung darüber, dass es im 63. Jahr der Fußball-Bundesliga endlich eine Frau auf dem Posten eines Cheftrainers gibt, kommt eine kritische Betrachtung der Trainerhistorie beim FC Union etwas zu kurz. Ich verfolge seit ca. 2006 diesen Verein mit großer Sympathie, aber ich habe in dieser Zeit nach meiner Erinnerung auch schon 14 Trainer erlebt. Dies spricht nicht für ein besonders großes Geschick bei den Trainerverpflichtungen (und muss den nicht gerade auf Rosen gebetteten Verein auch enorm viel Geld gekostet haben). Herr Zingler hat sicherlich große Verdienste um den Verein, aber bei der Trainersuche hat er offenbar nicht gerade ein glückliches Händchen.“

Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann, per E-Mail

„Ich habe ML [Marie-Louise Eta, Anm. d. Red.] vor einiger Zeit im VIP-Raum von TeBe kennengelernt und eine ganze Zeit mit ihr geplaudert. Sie ist hoch kompetent, hat die höchste Trainerlizenz und brennt für Union. Warum sollte sie dann die Aufgabe bei den Köpenickern nicht lösen können? Ich drücke ihr jedenfalls die Daumen und wünsche ihr den größtmöglichen Erfolg!“

Klaus Wollschläger, per E-Mail

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