Zum Artikel „Wir brauchen einen Beamten-Soli“ vom 11. April:
Chapeau, Herr Winkel, bisher hatte ich von der Jungen Union einen nicht ganz so guten Eindruck, weil wenig Konkretes von dieser Gruppe kam. Dieser Vorstoß könnte wirklich etwas bewirken, da ja immer behauptet wird, es wäre unmöglich, alle Beamten in die Rentenkasse einzahlen zu lassen, warum auch immer. Es ist doch eine ziemlich ungerechte Verteilung der Lasten, wenn Beamte nach dem letzten Gehalt die Pensionen bekommen, während der Arbeiter nach dem Durchschnittswert sein Ruhegeld bekommt. Die Zeiten, als der Staatsbeamte weniger hatte als der „Arbeiter“, sind doch längst vorbei. Der Beamte genießt heute Privilegien, die nicht mehr zeitgemäß sind. Auch den Hinweis, dass es weniger Beamte geben sollte, finde ich richtig, vor allem in den Ministerien und Verwaltungen. Hier werden selten Entscheidungen getroffen, die dem Schutz des Staates dienen, sondern eher normale Verwaltungsaufgaben beinhalten. Die Beamtenlobby schreit natürlich auf, aber wie Herr Winkel sagt, ist es eine gemeinsame Aufgabe, das Altersruhegeld auf finanzierbare Füße zu stellen und die junge Generation etwas zu entlasten.
Joachim Jeserig, per Mail
Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, ist ja schon bekannt geworden, als er und andere junge Unionsabgeordnete Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Regierung mit einer Blockade des Rentenpaketes drohten und die Koalition in eine schwierige Situation brachten. Johannes Winkel blieb dann bis zum Schluss bei seinem Nein und das Gesetz wurde mit knapper Mehrheit angenommen. Nun ist es wieder Johannes Winkel, der in einem Interview Vorschläge bringt, an denen die Bundesregierung wohl nicht vorbeikommt. Er nennt viele reale Einsparungspotenziale und spricht von einem „Beamten-Soli“. Das gesamte Beamtentum mit seinen vielen Privilegien ist doch auf dem Prüfstand. Warum müssen denn Lehrer/innen und Beschäftigte in den Ministerien und der öffentlichen Verwaltung unbedingt verbeamtet werden?
Frank Petzsch, per Mail
Auch wenn Herr Winkler nicht so aussieht wie ein Revolutionsführer, hat er im Sinne der jungen Generation Vorschläge gemacht, die überaus gut sind. Hierzu gehören die Diskussion über die „Mütterrente“, die Einschränkung der Verbeamtung auf die Exekutive, der Nachhaltigkeitsfaktor bei der Rentenerhöhung und der Beamten-Soli. Als Haushalt mit zwei vollbeschäftigten Verdienern, ist uns über 30 Jahre regelmäßig ein Verdienst wegbesteuert worden, und das war normal. Deshalb kann ich die Wertung, dass sich Vollzeit für beide nicht lohnt, nachvollziehen. Mittlerweile reagieren die jungen Leute darauf, weil sie rechnen können. Außerdem kommt es nicht darauf an, als Staat noch mehr einzunehmen, sondern weniger auszugeben. Da gebe ich Herrn Winkler recht. Ich hoffe nicht, dass er mit seinem ehrlichen Beitrag so angezählt wird wie die jetzige Wirtschaftsministerin, die sich ehrlich für die Wirtschaft einsetzt.
Christine Horn, per Mail
Die Forderung nach einem Beamten-Soli durch den Chef der Jungen Union, die sich im Wesentlichen auf eine Kürzung der Pensionsansprüche bezieht, stellt sich leider als abermalige Stimmungsmache gegen Beamte dar. Keinesfalls ist es so, dass die Erhöhung der Beamtenpensionen erheblich höher als die der Renten ist, wie man aus der Forderung nach einem Beamten-Soli schlussfolgern könnte. Darüber hinaus verschweigt Herr Winkel, dass Beamte während ihres Arbeitslebens in der Regel niedrigere Nettobezüge als vergleichbare Angestellte in der Privatwirtschaft erhalten. Die Pension ist unter anderem der Ausgleich für diese geringeren Bezüge, wobei die Angestellten oftmals darüber hinaus noch eine Betriebsrente erhalten. Das Gesamtpaket der Beamtenbesoldung, das sich aus dem Alimentationsprinzip ergibt, hinkt immer mehr hinter den Gehältern auf dem übrigen Arbeitsmarkt her, was sich insbesondere in der schwierigen Nachwuchssuche widerspiegelt.
Hans-Jürgen Dorsch, per Mail
Zum Artikel „Probeunterricht in Berlin: Wie schwer ist der Test für das Gymnasium wirklich?“ vom 13. April:
Beim Lesen gewinnt man den Eindruck, dass dieses Ergebnis nicht unbedingt von der Schwere der Aufgabe abhängen muss. Sondern eher, dass Berlins Bildungsniveau offenbar weiter desaströse Formen aufweist und damit in seiner Wertigkeit nicht ohne Grund zu den bundesweiten Schlußlichtern gehört. Außerdem drängt sich in dieser Debatte eine Frage auf: Warum muss man auf Biegen und Brechen aufs Gymnasium? Es gibt heutzutage einige Möglichkeiten, auch ohne Gymnasium das Abitur zu erreichen, ohne Abitur zu studieren, oder einfach, es ohne Abitur und Studium im Leben weit zu bringen. Kurzum: Es ist keine Schande, nicht aufs Gymnasium zu gehen. Dieses Bildungsniveau jedoch sollte dringend zur Chefsache gemacht werden.
Constanze Meyer-Roick, per Mail
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