In Berlin wurden im vergangenen Jahr mehr als eine Million Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Das geht aus einer Anfrage des Abgeordneten Alexander Herrmann (CDU) an den Senat hervor, die der Berliner Morgenpost vorliegt. Unterschieden wird dabei zwischen stationären und mobilen Messanlagen.

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Erstere sind Blitzer, die fest an einem Ort angebracht sind. Zweitere sind Verkehrsradargeräte und Laser, die an ganz unterschiedlichen Orten eingesetzt werden können. 2025 blitzten stationäre Messanlagen Verkehrss­ünder knapp 373.000-mal, mobile Messanlagen 826.000-mal.

Berlin: In diesen Bezirken wurde am häufigsten geblitzt

Am häufigsten wurden Raser in Mitte erwischt. Knapp 221.000 Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden hier registriert. Auf Rang zwei folgt Charlottenburg-Wilmersdorf. Auf Rang drei Tempelhof-Schöneberg. Hier waren vor allem mobile Messanlagen im Einsatz. Stationäre Messanlagen erfassten in den beiden Bezirken nur einen geringen Anteil der Geschwindigkeitsverstöße. Am seltensten geblitzt wurde in Marzahn-Hellersdorf. Hier ertappte die Polizei knapp 19.000-mal Raser.

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Neben der Bundesautobahn A 111 (ca. 42.000-mal) in Reinickendorf und der A 115 in Charlottenburg-Wilmersdorf (ca. 39.000-mal), wurde am häufigsten an der Heidestraße in Mitte (ca. 43.100-mal), am Tunnel Ortsteil Britz, kurz TOB, in Neukölln (ca. 36.000-mal) und am Sterndamm in Treptow-Köpenick (ca. 30.000-mal) geblitzt.

Die Heidestraße führt entlang des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals durch die sogenannte Europacity in Moabit. Südlich mündet sie in den viel befahrenen Tiergartentunnel, am Nordhafen führt die Straße auf die Nordhafen- und Fennbrücke. Der TOB verläuft durch den namensgebenden Neuköllner Ortsteil Britz. Er ist Teil der Berliner Stadtautobahn A 100. Der Sterndamm ist eine wichtige Verkehrsache in Treptow-Köpenick und führt durch die Ortsteile Niederschönweide und Johannistal. An allen drei Straßen werden stationäre Blitzer eingesetzt.

Blitzer in Berlin: Hotspots je Bezirk

Betrachtet man die mobilen Messanlagen, so wurde an den folgenden Straßen je Bezirk am häufigsten geblitzt. Mitte: Leipziger Straße (ca. 22.000-mal). Friedrichshain-Kreuzberg: Gneisenaustraße (ca. 9800-mal). Neukölln: Neuköllner Straße (ca. 5100-mal). Treptow-Köpenick: An der Wuhlheide (ca. 6200-mal). Marzahn-Hellersdorf: Raoul-Wallenberg-Straße (ca. 2000-mal). Lichtenberg: Alt-Friedrichsfelde (ca. 11.000-mal). Pankow: Prenzlauer Promenade (ca. 9000-mal).

Reinickendorf (abgesehen von mobilen Messungen auf der A 111): Kurt-Schumacher-Damm (ca. 4100-mal). Charlottenburg-Wilmersdorf (abgesehen von mobilen Messungen auf der A 115): Kaiser-Friedrich-Straße (ca. 14.800-mal). Spandau: Wilhelmstraße (ca. 6500-mal). Steglitz-Zehlendorf abgesehen von mobilen Messungen auf der A 115): Unter den Eichen (ca. 8000-mal). Und Tempelhof-Schöneberg: Manteuffelstraße (ca. 18.000-mal).

Stationäre und mobile Blitzer: Das ist der Unterschied

CDU-Mann Herrmann erklärt: „Während stationäre Blitzer oft bekannt sind und zu abruptem Abbremsen führen, setzen mobile Kontrollen dort an, wo aktuell eine konkrete Unfallgefahr im Alltag besteht.“ Darauf deutet auch hin, dass die Polizei im vergangenen Jahr dort, wo Blitzer stehen, nur 74 Unfälle registrierte, die auf „nicht angepasste Geschwindigkeit“ zurückzuführen waren. An den Orten, wo die Polizei mobile Blitzer einsetzte, waren es 435 Unfälle. Herrmann forderte den Senat dazu auf, die Bezirke stärker einzubinden, „auch mit der Option, eigene Messungen im Nebenstraßennetz durch die bezirklichen Ordnungsämter durchzuführen“.

Während stationäre Blitzer oft bekannt sind und zu abruptem Abbremsen führen, setzen mobile Kontrollen dort an, wo aktuell eine konkrete Unfallgefahr im Alltag besteht.

Alexander Herrmann (CDU),, Mitglied des Abgeordnetenhauses

Neben Unfällen können Geschwindigkeitsüberschreitungen für Autofahrer auch andere weitreichende Folgen haben. Es drohen etwa Fahrverbote und Bußgelder. Raser, Falschparker und Co. spülten im vergangenen Jahr ca. 119 Millionen Euro in die Kassen Berlins. Rund 88 Prozent der erfassten Geschwindigkeitsverstöße mündeten im vergangenen Jahr in Ordnungswidrigkeitsverfahren. Dabei kommen Verkehrssünder häufig ungestraft davon. Denn die Bußgeldstelle der Berliner Polizei gilt als überlastet und muss jährlich Zehntausende Verfahren einstellen.

Antje Kapek von den Grünen nannte die Zahl von über einer Million gemessenen Verkehrsüberschreitungen „alarmierend“. Und glaubt, das Dunkelfeld sei um „ein Vielfaches höher“. Dass es trotz der „nach wie vor viel zu wenigen“ Blitzer und mobilen Messungen so viele Verstöße gebe, zeige nur, wie „riesig“ der Handlungsbedarf sei, so Kapek weiter. „Jede Investition in neue Blitzer ist somit eine Investition in mehr Sicherheit in Berlin.“