Jedes Jahr am 1. April gilt dasselbe: Man sollte lieber zweimal lesen und nachdenken, bevor man etwas glaubt. Denn die besten Aprilscherze sind so gut gemacht, dass man sie erst auf den zweiten Blick als solche enttarnt. Und dann gibt es noch eine andere Kategorie: Scherze, die man sofort als solche erkennt, sich aber denkt: Schade eigentlich, dass das nicht stimmt.

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So erging es gestern wohl vielen Berlinerinnen und Berlinern, als gleich zwei Posts auf Instagram kursierten, die zwei Berliner Problem-Immobilien plötzlich in schwedische Hände legten. Im Mittelpunkt stehen das ICC in der City West und das SEZ in Friedrichshain sowie der Möbelriese Ikea. Die Posts sorgten für viele Lacher. Auch wenn die User beides schnell als Aprilscherz erkannten, schrieben viele auch gleichzeitig in den Kommentaren: „Coole Idee“ oder „Definitiv eine bessere Lösung.“

Aprilscherz sorgt für Begeisterung: Ikea übernimmt das ICC

Der Instagram-Post von „Best of Berlin“ zum ICC – dem futuristischen Bau in der City West, der seit 2014 leer steht und von Berlinern liebevoll als Raumschiff bezeichnet wird – sammelte Tausende Likes. Der Account verkündete am 1. April die angebliche Sensation: Ikea übernimmt das denkmalgeschützte Gebäude und verwandelt es in das weltweit erste „Ikea Space-Center“.

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Die Macher des Scherzes hatten sich wirklich Mühe gegeben. Zu sehen waren aufwendig bearbeitete Bilder: das ICC von außen in den typischen Ikea-Farben Blau und Gelb, innen eine Möbelausstellung, die sich durch die futuristischen Hallen zieht.

Und wer jetzt dachte, das Restaurant fehlt: natürlich nicht. Laut dem Post sollen die legendären Köttbullar dort „ausschließlich als vakuumierte Astronautennahrung serviert“ werden – dem futuristischen Ambiente sei Dank.

Die Hoffnung auf eine gute Zukunft für das ICC wächst

Das ICC gilt als eines der größten Kongresszentren der Welt.
Das ICC gilt als eines der größten Kongresszentren der Welt. © dpa | Annette Riedl

Doch nun mal im Ernst. Wie steht es eigentlich um das ICC? Wie die Berliner Morgenpost im Januar berichtete, gibt es für die Zukunft des ICC hoffnungsvolle Zeichen. Das Konzeptverfahren nimmt einen guten Verlauf. Zwischen Behördenvertretern, einer Jury und dem letzten verbliebenen Bieterkonsortium wurde schon konkret über die Nutzungsmöglichkeiten für einzelne Räume gesprochen.

Weiterer Aprilscherz: SEZ wird zum Ikea Sportzentrum

Neben dem ICC gibt es noch ein weiteres Problem-Gebäude in Berlin, nämlich das SEZ in Friedrichshain-Kreuzberg. Das DDR-Gebäude soll abgerissen werden, damit dort die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM Wohnungen bauen kann. Doch der Bezirk verhängte einen Abriss-Stopp. Zuvor hatten Verbände diesen beantragt. Der Kampf um den Erhalt des SEZ ist in vollem Gange. Zuletzt hatte Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) ein Gegenkonzept des Bündnisses „SEZ-Quartier neu denken“ präsentiert: Sanierung statt Abriss, neue Nutzung, plus vier Hochhäuser mit mindestens 500 Wohnungen. Die Finanzierung ist jedoch völlig ungeklärt.

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Nun lockerte der Instagram-Account „SEZ Berlin 1981“ die festgefahrene Debatte am 1. April für einen Tag mit einem Scherz etwas auf. Dort wurde verkündet: Ikea kaufe das ehemals weltgrößte Sportzentrum und wolle dort ein breites Sportangebot für alle Generationen anbieten.

Die Begründung war dabei besonders charmant: Die Schweden seien zwischen 1979 und 1981 am Bau beteiligt gewesen – und fühlten sich dem Haus deshalb noch heute verbunden. Passend dazu gab es ein aufwendig bearbeitetes Foto: das SEZ in den typischen Ikea-Farben Blau und Gelb.

Zwei Aprilscherze, die Berlin kurz zum Lachen gebracht haben – und gleichzeitig daran erinnern, dass hinter dem Witz auch eine ernste Frage steckt: Was wird eigentlich aus ICC und SEZ?