Berliner Raumfahrttechnik auf dem Weg ins All. Mit der Nasa-Mondmission „Artemis 2“ startet in dieser Woche auch ein Satellit aus der Hauptstadt ins All. Der kleine Forschungssatellit namens „Tacheles“, kaum größer als ein Handgepäckkoffer, wurde vom Berliner Start-up Neurospace unter Leitung der Gründerin Irene Selvanathan entwickelt. Das berichtet der „Spiegel“.
Auch interessant
Berliner Satellit „Tacheles“ testet Elektronik unter Extrembedingungen
Der Satellit soll in einer speziellen Erdumlaufbahn unter Extrembedingungen wichtige Steuerelektronik für künftige Mondroboter testen. „Tacheles“ wird bei seiner Mission mehrfach den Van-Allen-Strahlungsgürtel durchqueren. Gelingt der Test, will Neurospace in den kommenden Jahren Roboter und Werkzeuge für Mond- und Marsmissionen entwickeln und verkaufen. Die Firma mit Sitz nahe Kudamm baut die komplette Elektronik in Berlin. Unterstützt wird sie unter anderem durch Fördermittel des Bundeswirtschaftsministeriums.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Irene Selvanathan, die in den 1980ern mit ihrer Familie aus Sri Lanka nach Berlin floh, setzt mit „Tacheles“ auf mutige Antworten. Der Projektname ist angelehnt an das berühmte Berliner Kulturhaus an der Oranienburger Straße und steht für Klartext. „Wir wollten etwas Berlinerisches als Namen für unseren Satelliten, nicht einen weiteren abgedroschenen griechischen Gottesnamen“, erzählt die Ingenieurin gegenüber dem „Spiegel“. „Wir wollen mit unseren Geräten für alle da sein, die auf dem Mond etwas unternehmen wollen“, ergänzt sie.
- Raumfahrtmode: Warum Nasa-Astronauten bald Luxus-Unterwäsche von Prada tragen
- Raketen sollen von der Nordsee starten: Hier wird Realität, was in Deutschland undenkbar schien
- Verrückt oder genial? Diese Firma will Fabriken im All hochziehen
- Nasa & Esa jagen Asteroiden: Ab wann ein Brocken gefährlich wird
Mondmission „Artemis 2“: Berliner Hightech startet Belastungstest im All
Der Start der „Tacheles“-Reise ist für die Nacht von Mittwoch (1. April) auf Donnerstag (deutscher Zeit) am Kennedy Space Center in Florida geplant. Ausgesetzt wird der Satellit unter anderem mit Raumfahrttechnik aus Südkorea, Argentinien und Saudi-Arabien. In Florida wird Selvanathan selbst mitfiebern, wenn es für „Tacheles“ und die Nasa-Crew Richtung Mondorbit geht.
Die Herausforderungen sind jedoch groß. Die Elektronik muss nicht nur dem Strahlungs-Gürtel standhalten, sondern auch im All zuverlässig arbeiten. Gelingt das, könnte die Berliner Lösung künftig zum Standard für internationale Mondmissionen werden. „Wenn die Elektronik diesen Stresstest übersteht, ist sie reif für den Mond“, sagt Projektleiter Cornelius Joos im Gespräch mit dem „Spiegel“. Die ersten Schritte, dass Berliner Technik zum Mond kommt, sind jedenfalls gemacht.





