In mehreren Stadtteilen Berlins gingen am Samstag Rechtsextreme, Neonazis und Verschwörungsanhänger auf die Straße. Die Berliner Polizei war mit 1.800 Beamten im gesamten Stadtgebiet im Einsatz, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.

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Am großen Einkaufszentrum an der Marzahner Promenade versammelten sich am Mittag nach Polizeiangaben 160 Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei „Der dritte Weg“. Etwas mehr als 100 Gegendemonstranten standen in der Nähe. Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vor Ort. Zwischenfälle gab es den polizeilichen Angaben zufolge zunächst nicht.
Guten Morgen #Berlin.
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) 14. März 2026
Wir sind an diesem Samstag mit rund 1.800 Kolleginnen und Kollegen im Einsatz und schützen mehrere Versammlungen sowohl in der Stadtmitte als auch in Marzahn-Hellersdorf. #b1403 pic.twitter.com/8OCpcwBUIB
Neonazi-Demo und Gegendemo am Potsdamer Platz
Auch am Potsdamer Platz begann am Mittag eine Demonstration von Anhängern aus der Neonazi-Szene. Angemeldet waren 200 Menschen. Zunächst kamen nur einige Dutzend zusammen, zum Teil aus dem Umfeld der früheren NPD und jetzigen Partei „Die Heimat“.
Nach Polizeiangaben versammelten sich mehr als 150 Gegendemonstranten. Die Polizei hatte Absperrgitter aufgestellt, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen. Zudem setzte sie bei den rechtsextremen Demonstranten das Verbot von Uniformen und Vermummungen durch, wie ein Sprecher sagte.

Demo von Verschwörungsanhängern am Großen Stern
Parallel begann nahe der Siegessäule am Großen Stern im Tiergarten der Aufbau zu einer Demonstration von Verschwörungsanhängern, zu der der umstrittene Sänger Xavier Naidoo aufgerufen hatte. Die Polizei zog einen Lkw der Demonstranten, der als Bühne dienen sollte, wegen fehlender Zulassung aus dem Verkehr. Die Polizei sprach von 750 Demonstranten am Großen Stern. Auf Seite der Gegendemonstranten versammelten sich etwa 200 bis 300 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.
Die Demonstration trug den Titel „Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen – Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex“. Mitte Februar hatte Naidoo bei einer Demonstration in Berlin mit Bezug zu den Epstein-Akten von „Menschenfressern“ gesprochen und gesagt: „Die fressen unsere Babys“.
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Solche Äußerungen werden von Experten unter anderem als antisemitische Andeutungen eingeordnet. Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töten würden. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage nicht.

Die Demonstration zog schließlich zum Kanzleramt, wo Naidoo einer Polizistin eine Petition übergab. Viele Deutschlandfahnen waren zu sehen, auf manchen Plakaten wurden Politiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beschimpft. Eine Frau zeigte den verbotenen Hitlergruß und wurde festgenommen.
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Später am Nachmittag wurden noch weitere Demonstrationen zu Palästina und dem Krieg gegen den Iran erwartet. Neben den Demonstrationen würden die Beamten auch das Geschehen rund um das Fußballspiel von BFC Preussen Berlin gegen den Halleschen FC in der Regionalliga Nordost im Auge behalten.
Lage in Nahost, jede Menge Nazis, diverse andere Versammlungslagen und Hertha vs. Bochum - Danke an die etlichen Einheiten, die heute zum Teil aus dem (geschützten) Frei in den Dienst alarmiert wurden, um die Sicherheit zu gewährleisten und alles möglich zu machen - #RESPECT pic.twitter.com/FnCB10stFA
— Benjamin Jendro (@Djeron7) 14. März 2026
Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, bedankte sich auf X bei den Polizisten für ihren spontanen Einsatz.
pau/dpa








