Kuscheltiere sind die Helden der Kindheit: Der Teddy, der Mut schenkte, die Katze, die Tränen tröstete, oder das Einhorn, das zuhören konnte. In der Ausstellung „Tagesordnung Kindheit“ werden sie zu 5000 bunten Symbolen für den Schutz von Kindern. Die Installation des Cottbuser Künstlers Martin Schüler ist seit Mittwoch bis zum 21. März in der Landesvertretung von Brandenburg in Berlin (An den Ministergärten) zu sehen. Knallbunt, farbenfroh und mit Blick in eine bessere Zukunft. Die Schirmherrin der kuscheligen Ausstellung ist Katrin Krumrey, Brandenburgs Kinder- und Jugendbeauftragte.

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Das ernste Thema des bunten Arrangements betrifft immer mehr Kinder. Denn die Anzahl der Kindeswohlgefährdungen stieg im Jahr 2024 bundesweit auf 72.800 Fälle. In den letzten fünf Jahren verzeichnet das Statistische Bundesamt einen Anstieg von fast einem Drittel (31 Prozent) der Fälle. Dazu kommt noch eine sehr hohe Dunkelziffer. Kinderschutz sei eine gesellschaftliche Aufgabe, so die Initiatoren, und fordern dazu auf, hinzusehen, wenn Kinderschutz missachtet und Kinder sexuelle, körperliche oder psychische Gewalt erfahren. Darauf möchte diese ungewöhliche Ausstellung des Künstlers Martin Schüler aufmerksam machen, der selbst in einer Einrichtung der Erziehungshilfe aufgewachsen ist. 

„Uns erreichen Berichte von Missständen – wenn ein Kind buchstäblich in den Brunnen gefallen ist. Hinter den großen Zahlen von Missbrauchsfällen und Kindeswohlgefährdungen stehen Schicksale. Jedes einzelne ist eine Katastrophe“, erklärt Schüler. Mit den Tausenden von Kuscheltieren will der Künstler auf das stille Leid von betroffenen Kindern hinweisen. An seiner Aktion haben sich Menschen aus ganz Deutschland beteiligt, „weit über die Grenzen unseres schönen Brandenburgs hinaus“. Über 5000 Kuscheltiere sind so zusammengekommen. „Das zu sehen, ist gewaltig“, so Schüler. Neben den ausgestellten Kuscheltieren sind auch Bilder des Künstlers zu sehen. 

Brandenburg verbessert den Kinderschutz

Brandenburgs Jugendminister Steffen Freiberg (SPD) erklärte zur Eröffnung der Ausstellung: „Brandenburg hat mit dem Kinder- und Jugendgesetz gute rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen. Für einen noch grundlegender gesicherten Kinderschutz wäre die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz wichtig. Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sondern auch unsere Gegenwart.“ Überall, wo mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird, brauche es Schutzkonzepte, erklärte der Minister.