1223 Berliner Schülerinnen und Schüler wollten in diesem Jahr beim Probeunterricht ihre Eignung fürs Gymnasium unter Beweis stellen – doch wie schon im Vorjahr schaffte nur ein Bruchteil die Aufnahmeprüfung. Gerade mal 1,22 Prozent – also 15 Kinder – konnten in diesem Jahr beim Probeunterricht ihre gymnasiale Eignung nachweisen und erhalten nun eine entsprechende Empfehlung, teilte die Bildungsverwaltung mit. Im vergangenen Jahr waren es 2,6 Prozent von 1937 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
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Insgesamt hatte in diesem Jahr bereits mehr als die Hälfte der Berliner Grundschülerinnen und Grundschüler, rund 53 Prozent, auf Grundlage der Förderprognose ihrer Grundschule eine Gymnasialempfehlung erhalten und konnte sich damit direkt an einem Gymnasium anmelden. Grundlage der Förderprognose sind die Leistungen in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache. Alle anderen Kinder durften sich für den Probeunterricht anmelden, um ihre Eignung doch noch unter Beweis zu stellen. Von den 1223 Schülerinnen und Schülern, die diese Möglichkeit nutzten, wiesen rund 600 in Mathematik, Deutsch und der ersten Fremdsprache auf Grundlage der Schulhalbjahre 5/2 und 6/1 eine Notensumme von mehr als 16 auf – dies entspricht einer durchschnittlichen Leistungsbewertung dieser drei Fächer von etwa 2,7 bis über 3,0. Damit lagen sie bereits deutlich unter dem Bereich, der in der Regel zu einer Gymnasialempfehlung führt. Im Vergleich zum Vorjahr wurden somit – bei gleichzeitig geringerer Gesamtteilnehmerzahl – deutlich mehr Schülerinnen und Schüler mit einer insgesamt niedrigeren Notenlage zum Probeunterricht angemeldet.
Ergebnisse bestätigen Prognosen der Grundschulen
Nach Ansicht der Bildungsverwaltung bestätigten die Ergebnisse des Probeunterrichts erneut, dass der festgelegte Grenzwert für die Gymnasialempfehlung sorgfältig gewählt wurde und eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen am Gymnasium darstelle. Zugleich unterstrichen sie die hohe fachliche Qualität der Förderprognosen der Berliner Grundschullehrkräfte.

Diese Sichtweise teilt Landeselternsprecher Norman Heise nicht vollständig. „Die abermals schlechte Bestehensquote kann nicht nur Ausdruck einer zutreffenden Prognose der Grundschule sein, wie die Senatorin das immer wieder betont“, so Heise. „Der Landeselternausschuss Schule sieht sich bei dem Ergebnis in seiner Forderung bestätigt, dass die Tests im Rahmen des sogenannten Probeunterrichts mit einer Vortestung durch Schüler*innen evaluiert werden müssen, die eine Gymnasialempfehlung haben.“

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Auch Marcel Hopp, bildungspolitischer Sprecher der SPD, äußerte sich kritisch. „Gerade bei diesem geringfügigen Prozentsatz bleiben für mich die beiden Fragen umso drängender: Warum hat die Bildungssenatorin Günther-Wünsch sich bewusst dagegen entschieden, die Aufgaben des Probeunterrichts vorab an einer Vergleichsgruppe testen zu lassen? Will die Bildungssenatorin nicht nachvollziehbar und transparent darlegen, ob der Probeunterricht ein fairer Test ist, der wissenschaftlichen Gütekriterien entspricht?“, so Hopp. Diese fehlende Transparenz erhöhe unnötig den Frust und verstärke bei vielen Eltern den Verdacht, dass der Probeunterricht ein Test sein könnte, den viele Kinder gar nicht bestehen sollen. „Das ist ein fatales Signal für das Vertrauen in die Bildungsverwaltung“, so Hopp. „Die Bildungssenatorin muss deshalb jetzt offenlegen, wie die Aufgaben entwickelt wurden, nach welchen Kriterien sie geprüft wurden und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Fairness des Verfahrens sicherzustellen.“






