Der Iran hatte den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus blockiert. Für den internationalen Handel ist diese Meerenge eine der wichtigsten Verkehrsrouten. Durch sie transportieren riesige Tanker vor allem Öl und LNG-Gas. Sie ist durch die Einstellung des Schiffs- und Tankerverkehrs „praktisch geschlossen“, meldete die staatliche iranische Nachrichtenagentur. Am Mittwoch meldete dagegen das US-Militär, es gebe jetzt kein iranisches Schiff mehr im Persischen Golf, in der Straße von Hormus oder im Golf von Oman. Das erklärte Admiral Brad Cooper, Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom).

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Die Folgen des Konflikts im Nahen Osten bekommen seit Anfang der Woche bereits Fahrer von Verbrennern an der Tankstelle zu spüren: Die Preise für Superbenzin (+ 9 Prozent) und Diesel (+ 18 Prozent) schossen am Dienstag in Berlin zum Teil über die Zwei-Euro-Marke und lagen am Mittwochmittag bei mindestens 1,91 Euro für E10 und 1,98 Euro für Diesel. Die Folge: Eine Tankfüllung (50 Liter) kostet momentan fast 100 Euro. Das hat unter anderem massive Auswirkungen auf das Logistikgewerbe, also auf Lkw-Transporte, Taxifirmen und Uber-Fahrer. Auch die Preise von Heizöl schossen infolge der geschlossenen Straße von Hormus massiv in die Höhe, stiegen um 35 Prozent auf 129 Euro pro Liter.
Risiken steigen, Folgen bisher nicht absehbar
„Die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Konflikts sind für die deutschen Unternehmen noch nicht abschließend absehbar – aber die Risiken steigen spürbar“, erklärte Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Während die Ölpreise an der Börse bislang vergleichsweise moderat reagieren, sehen wir bei den Gaspreisen bereits deutliche Ausschläge.“
Kurzfristig dürfte sich dies für die meisten Betriebe und auch für private Haushalte nicht unmittelbar bemerkbar machen, weil Gaslieferungen an Endkunden überwiegend über langfristige Verträge abgesichert sind. Hält die Krise jedoch länger an, werden Neuverträge deutlich teurer. Dann schlagen die Belastungen auch mit voller Wucht auf die Wirtschaft durch.
Gaspreise können auch im kommenden Winter steigen
Mit Sorge blickt die DIHK zudem auf die anstehende Wiederbefüllung der weitgehend leeren Gasspeicher. Der Füllstand betrug am Montag nur noch knapp 21 Prozent. Wenn diese Wiederbefüllung nur mit erheblichen Kosten gelingt, drohen auch noch im kommenden Winter dauerhaft hohe Gaspreise, warnt die DIHK. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit vieler energieintensiver Betriebe weiter schwächen, so die Kammer.
Beim Öl zeigt sich die Entwicklung deutlich schneller: Steigende Weltmarktpreise kommen unmittelbar an der Tankstelle an. Hier gibt es kurzfristig kaum Alternativen. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen – im Handwerk, im Handel oder in der Logistik – sind höhere Spritpreise eine kaum vermeidbare Belastung. „Sie können diese zusätzlichen Kosten nur sehr eingeschränkt an ihre Kunden weitergeben. Das erhöht den Druck auf die Unternehmen“, so Adrian. Durch die Preissprünge beim Sprit könnte sich auch der Transport von Waren spürbar verteuern. Öl ist auch als Rohstoff wichtig – für Berlins Chemie- und Pharmaindustrie.
Mittelfristig sollen die Spritpreise wieder sinken
Laut dem ADAC-Kraftstoffmarkt-Experten Christian Laberer gibt es mittelfristig Hoffnung, dass die Spritpreise wieder sinken – sofern sich die Lage am Golf beruhigt. Die Opec hat angekündigt, die Ölfördermengen zu erhöhen.




