Die Berliner Wirtschaft entwickelt sich „solide“ weiter. So formuliert es Berlin Partner, der Wirtschaftsförderer der Hauptstadt, in einer am Montag verschickten Mitteilung zur Jahresbilanz 2025. Jubelstürme klingen anders, aktuell gibt es dafür auch keinen Anlass. Berlin kann sich aber auf die Fahne schreiben, sich in einer allgemein angespannten wirtschaftlichen Lage zu behaupten. Die Zahl der Unternehmensansiedlungen ging mit 74 im Vergleich zum Vorjahr (84) zwar deutlich zurück. Mit 970 Millionen Euro an Investitionsvolumen verzeichnet Berlin Partner aber das drittbeste Ergebnis der vergangenen 15 Jahre.

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„Dass wir trotz herausfordernder Rahmenbedingungen das drittbeste Investitionsvolumen unserer Unternehmensgeschichte erzielen konnten, unterstreicht die Zukunftsfähigkeit der Hauptstadt“, teilte Stefan Franzke, Geschäftsführer von Berlin Partner, am Montag mit. Die Jahresbilanz würde zeigen, dass Berlin ein „dynamischer Innovations- und Investitionsstandort“ bleibe. Die Wirtschaftsförderer haben insgesamt 172 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung eingeworben. Das sind 19 Prozent mehr als 2024. Damals waren es 144 Millionen Euro.

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Deutsche Wirtschaft stagniert seit drei Jahren – Berlin „trotzt“ dem Trend

Klar ist: Die Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Wachstum könnten insgesamt besser sein. Zölle, Fachkräftemangel, Kriege und Krisen führen vielerorts zu Rezession. Auch in Berlin merkt man das. „Die deutsche Wirtschaft stagniert seit mehr als drei Jahren, und das geht auch an uns nicht spurlos vorbei“, gab Franzke zu bedenken. Immerhin: Eine Prognose von Experten der Investitionsbank Berlin (IBB) sagt für die Hauptstadt 2026 ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus. Zum Vergleich: Für die Bundesebene rechnen die Wirtschaftsweisen im laufenden Jahr mit einem deutlich niedrigeren Wachstum von 0,9 Prozent. „Berlin trotzt dem Trend“, zeigte sich deshalb auch Franziska Giffey (SPD), Berliner Wirtschaftssenatorin, am Montag insgesamt zufrieden.

Die Sozialdemokratin hob insbesondere die Bedeutung der Sicherheitstechnologie für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt hervor. Im Dezember des vergangenen Jahres hatte der Senat beschlossen, die Verteidigungsindustrie in Berlin auszubauen. Wirtschaft und Forschung sollen enger verzahnt und Ansiedlungen sowie Gründungen verstärkt gefördert werden. Berlin Partner koordiniert diesen Prozess. Im Fokus sollen sogenannte Dual-Use-Güter stehen, also Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.

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„Die zahlreichen Dual-Use-Innovationen aus Bereichen wie KI, Cybersecurity, Robotik oder Photonik stärken nicht nur unsere Resilienz, sondern schaffen hochwertige Arbeitsplätze und neue Wachstumsperspektiven für Berlin“, teilte Giffey am Montag mit. „Berlin soll führender Standort für verantwortungsvolle Hochtechnologie werden.“ Aktuell sind laut Berlin Partner über 400 Unternehmen im Bereich Dual Use in der Hauptstadtregion tätig und erarbeiten innovative Produkte und Software für zivile und militärische Zwecke.

Auf einem anderen Wachstumsfeld, der Künstlichen Intelligenz (KI), ist Berlin bereits gut aufgestellt. Über 30 Prozent aller deutschen KI-Start-ups kommen aus der Hauptstadt. Im November des vergangenen Jahres wurde mit einem AI-Hub eine zentrale Anlaufstelle für das Berliner KI-Ökosystem eröffnet.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Artikels war von der IBB als „Investitionsbank Berlin Brandenburg“ die Rede. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert und bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.