Ismail Öner strahlt, als er die Urkunde in den Händen hält. Sie weist den Diplom-Sozialpädagogen als „Berliner des Jahres 2025“ aus. Den Titel hatte ihm die Berliner Morgenpost verliehen und damit die Arbeit ausgezeichnet, die Öner und der von ihm gegründete Verein „MitternachtsSport e.V“ für Kinder und Jugendliche in Berlin leisten.

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Von ihnen sind einige am Freitagnachmittag ins Jugendcafé des Vereins in der Spandauer Altstadt gekommen, einem von zwei festen Standorten des sozialen Projekts. „Das ist eine riesengroße Auszeichnung für mich, mein Ballon d’Or“, freut sich Öner, nachdem ihm der Morgenpost-Chefredakteur die Urkunde überreicht hat.
Der Vergleich mit dem Preis für den weltbesten Fußballer des Jahres ist sicherlich bewusst gewählt. Schließlich ist Fußball ein Teil der Erfolgsgeschichte von „MitternachtsSport“. Als junger Sozialarbeiter setzte sich Öner, den viele nur „Issi“ nennen, seit 2007 dafür ein, in den Abendstunden des Wochenendes Sporthallen für Jugendliche zu öffnen. Zu diesen Zeiten kam es häufig zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Jugendlichen sollten lieber Fußball spielen, als zur gleichen Zeit Straftaten zu begehen.
Profifußballer unterstützen „MitternachtsSport“
Bis heute haben zudem viele Profifußballer eine enge Verbindung zu Öner und dem Projekt. Spieler wie Jordan Torunarigha oder Jessic Ngankam fungieren als „große Brüder“. Sie sind Vorbilder für die Jugendlichen. Ihre Trikots hängen unter anderem im Jugendcafé an der Wand.
Knapp 20 Jahre später gibt es in Haselhorst immer noch eine Sporthalle, die „MitternachtsSport“ nutzt. Doch das Projekt ist gewachsen. Neben dem Jugendcafé in Spandaus Altstadt unterhält der Verein ein Jugendzentrum in Haselhorst. „Man muss Orte schaffen, die man sich selbst als Kind gewünscht hat“, lautet das Credo des geborenen Berliners, der hinzufügt: „Wenn man so an die Sache herangeht, wird es zwangsläufig gut.“ Und im Fall von Öner vielfach ausgezeichnet.
Finanzielle Unterstützung durch verschiedene Partner
Der 47-Jährige und sein Verein erhielten im Laufe der Jahre Preise wie den Integrations-Bambi oder den Sport Award der EU. „Das, was wir machen, taugt sonst nicht für rote Teppiche. Wir müssen lauter sein als andere, um aufzufallen“, schildert der Sohn kurdischer Eltern.
Öner gelingt es, mit seiner Arbeit aufzufallen. „Ich hatte einen langen Atem“, sagt er. Das sichert Öner und dem Verein auch die notwendige finanzielle Unterstützung von Partnern wie der Stiftung der Deutschen Fußball Liga oder der AOK. Denn die Mittel, die aus der Politik bereitgestellt werden, schrumpfen. „Die Bedarfe werden größer, aber die Ressourcen wachsen nicht mit“, bedauert Öner.

In Zukunft will er die Arbeit der acht Vollzeit- und rund 30 Honorarkräfte am Standort in Haselhorst bündeln. Da sei „die Sportinfrastruktur besser und mehr Wohnumfeld. Da sind Tausende Menschen, eine Generation löst die nächste ab. Dafür müssen wir uns aufstellen“, blickt Öner voraus. Das Jugendcafé in der Spandauer Altstadt müsste perspektivisch schließen.
„Ich sehe das nicht als Standortaufgabe, sondern als Verschiebung der Ressourcen in ein Wachstumsquartier“, erklärt Öner und merkt an: „Wir merken, dass wir gebraucht werden.“ Die Kinder und Jugendlichen, die den Weg zu „MitternachtsSport“ finden, benötigten laut Öner „Hoffnung, Perspektiven und Vertrauen“. „Das ist unser Job“, sagt der Berliner des Jahres 2025.





