Mehrere hundert Mitarbeiter des Chemiekonzerns BASF haben am Freitag gegen die geplante Verlegung von Arbeitsplätzen nach Indien demonstriert. Die Protestaktion fand vor dem BASF-Servicezentrum in Prenzlauer Berg statt. Zur Demonstration aufgerufen hatte die Chemie-Gewerkschaft IGBCE. Die BASF sprach von mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Einige hatten Trillerpfeifen und Protestplakate dabei.

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Die Beschäftigten wollen die Unternehmensleitung dazu bringen, über Alternativen zu verhandeln. Der Berliner Standort sei eine Erfolgsgeschichte, sagte Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, laut einer Mitteilung. „Gemeinsam wurde sich vor über 20 Jahren zum Standort bekannt, gemeinsam haben wir den Standort aufgebaut. Die Beschäftigten haben Verzicht geübt. Gemeinsam werden wir den Standort verteidigen.“
Kai Wegners Rede auf der Demo der BASF-Mitarbeiter
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner war vor Ort und hielt eine Rede. Der CDU-Politiker hatte sich zuvor bereits besorgt über die Ankündigung von BASF geäußert und sagte, Gespräche mit der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern führen zu wollen. Seinen Worten zufolge hat sich Berlin über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort für die BASF erwiesen.
Die BASF hat in Berlin 2800 Stellen. Der Chemiekonzern will seinen Standort in der Hauptstadt verkleinern und Stellen von dort an einen neu geplanten globalen Hub in Indien verlagern. Den Plänen zufolge sollen die Geschäftsbereiche Finanzen, Personal und globale Geschäftsdienstleistungen nach Indien abwandern. In Berlin sollen aber Bereiche bestehen bleiben, „die sinnvoll auf regionaler Ebene gebündelt werden können“, erklärte das Unternehmen. Der Gewerkschaft zufolge kam die Ankündigung völlig überraschend.
Sprecher der Gewerkschaft IGBCE: „Wir kämpfen weiter um jeden Arbeitsplatz.“
Ein Sprecher der Gewerkschaft IGBCE zeigte sich nach der Demo zufrieden. Es seien trotz BVG-Streik rund 300 Teilnehmer vor Ort gewesen. Die gleiche Zahl hätte zuvor an einer Betriebsversammlung teilgenommen. Weitere 1900 Beschäftigte hätten online teilgenommen, erklärte er der Berliner Morgenpost. Positiv schätzte er das Engagement des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) ein und dessen Bereitschaft, nach Ludwigshafen zu Verhandlungen mit der BASF zu fahren. Auch die Präsenz von Grünen und Linken beurteilte er positiv. Auf Bildern war unter anderem die Grünen-Abgeordnete Bettina Jarasch zu sehen. Endgültig entschieden sei im Hinblick auf die Verlagerung von Jobs noch nichts. „Wir kämpfen weiter um jeden Arbeitsplatz“, erklärte er.
mit dpa




