Kriminelle sollen zahlreiche Frauen aus Vietnam nach Deutschland geschleust und zur Prostitution gezwungen haben – auch in Berlin. Nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in vier weiteren Bundesländern hat die Polizei am Donnerstag groß angelegte Razzien durchgeführt und die mutmaßlichen Köpfe der Bande festgenommen.

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Dabei handelt es sich um eine Vietnamesin, einen Vietnamesen und einen Deutschen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Chemnitz mitteilten. Gegen sie liegen den Angaben zufolge Haftbefehle vor.
Razzien in fünf Bundesländern und 31 Objekten
Durchsucht wurden demnach am Donnerstag 31 Objekte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen und Berlin, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten. Es habe sich um Privatwohnungen, Geschäftsräume, Büros und Wohnungsbordelle gehandelt. Dabei seien auch 19 Vietnamesinnen aufgegriffen worden, die offenkundig illegaler Prostitution nachgingen.
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Zudem fanden die Ermittler rund 214.000 Euro, Dutzende Handys, Medikamente unbekannter Herkunft, eine Schreckschusswaffe und 33.000 Euro Falschgeld. Die Funde würden nun ausgewertet.
Zentrum der illegalen Machenschaften soll Halle/Saale gewesen sein. Von dort habe sich das Netzwerk in weitere Städte und Bundesländer erstreckt, hieß es. Ermittelt wird gegen eine Reihe mutmaßlicher Unterstützer mit deutscher, polnischer und vietnamesischer Staatsangehörigkeit.
Zwangsprostitution: Kriminalpolizei ermittelt seit zwei Jahren
Den Angaben zufolge waren der Kriminalpolizei im Frühjahr 2024 mehrere vietnamesische Frauen aufgefallen, die illegal in Deutschland waren und sich in der Region prostituierten. Bei den Ermittlungen seien die Polizisten auf das organisierte Konstrukt gestoßen.
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Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge wurden dabei junge Frauen aus Vietnam mit dem Versprechen auf gut bezahlte Arbeit nach Deutschland gelockt. Hier angekommen wurden ihnen Pässe und Kommunikationsmittel abgenommen. In Bordellwohnungen seien sie dann zur Prostitution gezwungen worden. Ermittelt wird wegen bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern, Menschenhandels und Zwangsprostitution.
An den Durchsuchungen waren am Donnerstag bundesweit mehr als 300 Polizisten im Einsatz.
dpa





