Während Autos bereits seit dem Sommer vergangenen Jahres über die A100-Verlängerung in Treptow-Köpenick und Neukölln rollen, wartet der parallel verlaufende Radweg auf seine Freigabe. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat die Protestgruppe Widerstands-Kollektiv Berlin offenbar Tatsachen geschaffen und die Fahrradspuren eigenmächtig freigegeben.

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„Die Betriebswege entlang der Autobahn sind modern gestaltet und stehen auch Radfahrern und Fußgängern zur Nutzung offen“, hieß es in einer Pressemitteilung der Verkehrsinformationszentrale, als der 16. Bauabschnitt der A100 freigegeben wurde. Bislang war der Weg für Fahrradfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger allerdings gesperrt. Die Eröffnung sei im Frühjahr 2026 geplant, wie die Senatsverkehrsverwaltung dem Tagesspiegel im September vergangenen Jahres erklärte.

Widerstands-Kollektiv ist eine Nachfolgeorganisation der Letzten Generation
Die Aktivistinnen und Aktivisten wollten aber wohl nicht länger warten. Laut einer Pressemitteilung wurden nun die Absperrungen an fünf verschiedenen Orten des Radweges mit einfachem Werkzeug geöffnet. „Im Jahr 2025 wurden in Berlin nur 20,5 km Radweg gebaut – von den 150 km, die im Radverkehrsplan für 2025 vorgesehen waren“, wird ein namenloses Mitglied der Gruppe zitiert. „Es ist also notwendig, dass sich engagierte Radfahrende wie wir selbst darum kümmern.“ Nun stünden zwei Kilometer zusätzlicher Radweg in Berlin zur Verfügung.
Die Polizei konnte am Freitagmorgen nicht bestätigen, dass der Eingang des Betriebswegs am Treptower Park aufgebrochen wurde. Allerdings lagen keine Informationen zu anderen Zugängen zum Betriebsweg vor.
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Das Widerstands-Kollektiv ist eigenen Angaben zufolge aus der Protestgruppe Letzte Generation hervorgegangen. Es setzt sich für gerechten Klimaschutz ein. Zu den Protestformen gehört etwa, Radwege und Zebrastreifen auf den Boden zu malen oder Parkplätze in Grünflächen umzuwandeln. So markierten die Aktivistinnen und Aktivisten vergangenen Sommer eine Straße in Reinickendorf mit Fahrradpiktogrammen. Im Januar scheiterte eine Farbattacke auf das Privatflugzeug von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte daraufhin die Mobiltelefone der Klimaaktivistinnen und -aktivisten.
Dass sich die Protestgruppe den Weg neben der A100 ausgesucht hat, verwundert nicht. Die Eröffnung des 16. Bauabschnitts wurde von massivem Protest begleitet. Auch nach Freigabe brach die Kritik nicht ab: In der Gegend um die Autobahnausfahrt am Treptower Park häuften sich Unfälle.






