„Es ist wichtiger denn je, dass wir Frauen für unsere Rechte einstehen“, sagt Elea. Am Sonnabend ist die 28-Jährige zusammen mit Leonie (28) und Julia (32) ans Brandenburger Tor gekommen. Erstmals sind die drei Freundinnen aus Berlin-Mitte bei „One Billion Rising“ dabei und haben sogar selbst gebastelte Schilder mitgebracht. „Man fühlt sich so ein bisschen machtlos“, meint Leonie mit Blick auf das aktuelle Weltgeschehen und Akteure wie US-Präsident Donald Trump. „Und das ist ein Weg, sich die Macht zurückzuholen“, ergänzt sie.

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Nach Angaben der Vereinten Nationen wird ein Drittel aller Frauen und Mädchen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Das sind weltweit eine Milliarde Frauen. Die globale Initiative „One Billion Rising“ (auf Deutsch etwa: „Eine Milliarde steht auf“), 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler ins Leben gerufen, macht darauf aufmerksam.
Jedes Jahr am 14. Februar versammeln sich an zahlreichen Orten weltweit alle, die sich mit den von Gewalt Betroffenen solidarisch zeigen möchten, zu Tanz-Flashmobs. Damit fordern sie ein Ende der Gewalt und Unterstützung für die Opfer.
Gewalt gegen Frauen: Warum Tanzen ein gutes Mittel gegen Gewalt an Frauen
Am Sonnabend gab es dazu mehrere Veranstaltungen, auch in Berlin und Brandenburg. Die größte Tanzdemo Deutschlands versammelte sich dabei am Brandenburger Tor. Dort konnten Besucher nicht nur mittanzen, sondern sich auch an verschiedenen Aktionsständen zum Thema Gewalt gegen Frauen informieren. Und sich auch Tipps geben lassen, wie am besten vorzugehen ist, wenn man ein Gewaltopfer im Freundes- oder Familienkreis vermutet. Zum ersten Mal vor Ort war auch das Präventionsmobil der Polizei.

Warum der Tanz zum speziell für „One Billion Rising“ komponierten Song „Break the Chain“ ein geeignetes Mittel ist, auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen? „Tanzen hat ganz viel nonverbale Kraft“, erklärt Julia Lorenz vom Organisationsteam des Mädchen- und Jungensportzentrums Centre Talma aus Reinickendorf. Die Lehrerin an einem Berliner Gymnasium hat als Elfjährige angefangen, beim Centre Talma zu tanzen, war später auch als Tanzlehrerin aktiv. Tanzen ermögliche, sich auszudrücken, meint sie.
„Wir brauchen alle. Alle Menschen müssen für dieses Thema aufstehen“, so Bettina Lutze-Luis Fernández, Projektleiterin Centre Talma. Zufrieden zeigte sie sich über die Vielzahl an Menschen aller Altersgruppen, die dem Aufruf, zum Brandenburger Tor zu kommen, auch bei niedrigen Temperaturen gefolgt waren. Tanzen, so Lutze-Luis Fernández, gebe Betroffenen von Gewalt unter anderem die Möglichkeit, den eigenen Körper „wieder positiv zu erleben“.





