Nach jahrelangen Debatten um die Zukunft des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) in Friedrichshain soll das markante DDR-Bauwerk ab März endgültig abgerissen werden. Das bestätigte Florian Schmidt (Grüne), Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, dem „Tagesspiegel“ zufolge. Die Abrissarbeiten sollen in zwei Phasen erfolgen, so der Eigentümer, die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM).

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Zunächst werde der Schwimmhallenbereich in Richtung Volkspark Friedrichshain zurückgebaut und abgerissen. Laut Berichten des RBB soll dieser Schritt bis September abgeschlossen sein. Um die Erinnerung an das historische Gebäude zu bewahren, sollen vier Stahlstützen an der Parkseite erhalten bleiben. In einem zweiten Schritt folgen das Funktionsgebäude und die Außenanlagen.

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Schmidt äußerte gegenüber der Zeitung sein Bedauern über den schnellen Zeitplan: „Ich bedauere sehr, dass die Abrissarbeiten derart zügig vorangehen sollen. Hier sollen Fakten geschaffen werden, obwohl die Debatte auch im Abgeordnetenhaus zunehmend Fahrt aufnimmt.“ Er betonte zudem, dass das Bezirksamt keine rechtliche Handhabe habe, den Abriss zu stoppen, und appellierte an das Parlament: „Ich hoffe sehr, dass die offensichtliche Missachtung demokratischer Prinzipien, noch vor der anberaumten Anhörung im Abgeordnetenhaus durch Senat und WBM den Parlamentariern einen Motivationsschub gibt.“

So könnte es auf dem SEZ-Gelände in Friedrichshain aussehen. Laut Studie ist Platz für 680 Wohnungen.
So könnte es auf dem SEZ-Gelände in Friedrichshain aussehen. Laut Studie ist Platz für 680 Wohnungen.© Stefan Forster GmbH/WBM | Stefan Forster GmbH/WBM

Kampf um das SEZ: Wissenschaftler und Verbände kämpfen gegen den Abriss des DDR-Spaßbades

Nachdem Ende November die Bagger mit vorbereitenden Arbeiten begonnen hatten, forderten mehr als 150 Wissenschaftler in einem offenen Brief den Erhalt des ehemaligen DDR-Spaßbades. Und es gab noch weitere SEZ-Fürsprecher: Auch die Verbände „Gemeingut in BürgerInnenhand“ und „Naturfreunde Berlin“ engagierten sich und schlossen sich zusammen. Sie wollten mithilfe eines Anwalts den Erhalt des SEZ gerichtlich durchsetzen. Der Plan sah vor, das DDR-Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen.

Eine Prüfung des Landesdenkmalamtes im Jahr 2014 hatte jedoch ergeben, dass in den vergangenen Jahren zu viele Umbauten vorgenommen worden waren. Trotzdem erklärte Naturfreunde-Vorstand Uwe Hicksch: „Wir sind wild entschlossen, diesen Denkmalschutz jetzt juristisch einzuklagen, um so den Abriss des SEZ zu stoppen.“ Er betonte, dass der Schutz des kulturellen Erbes ebenfalls Umweltschutz sei.

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Das Sport- und Erholungszentrum war 1981 eröffnet worden. Ein Wellenbad, eine Eisbahn, eine Bowlingbahn und Sporthallen hatten über die Jahre Millionen Besucher angezogen. Das Grundstück und das Freizeitbad wurden 2003 vom Land Berlin an einen Investor verkauft. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit war das SEZ 2024 zwangsgeräumt worden.

mit dpa