Berlins Wirtschaftssenatorin verwendete auf Instagram das lautmalerisch-weiche Wort „Mulm“. Den meisten Berlinern dürfte das gräuliche Gemisch aus Schneematsch und Splitt auf den Gehwegen wohl aber vor allem lästig sein. Doch die Chancen stehen gut, vor der nächsten Frostperiode zumindest einen Teil der Rutschbahnen und Matsch-Strecken wieder sauber zu bekommen.

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Die Berliner Stadtreinigung (BSR) empfiehlt jedenfalls, Gehwege jetzt von Eis zu befreien, wenn die Temperaturen zwischendurch über dem Gefrierpunkt liegen. „Das ist der beste Zeitpunkt dafür. Jetzt kann man es weich abschippen oder abfegen – an vielen Stellen zumindest“, sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank. „An manchen Stellen ist das Eis natürlich immer noch sehr dick.“

Der Deutsche Wetterdienst erwartet für Berlin und Brandenburg für Samstag am Tage Werte zwischen einem und 4 Grad. Gleichzeitig gilt allerdings weiterhin Glättegefahr, insbesondere bei am Boden gefrierendem Sprühregen. Bank rät, die Chance zu nutzen, das Eis bei etwas höheren Temperaturen mit deutlich weniger Kraftaufwand zu beseitigen. Bei Dauerfrost müsse es mit der Schaufel- oder Spatenkante erst aufgebrochen werden oder mit einer speziellen Eisscharre.
Der Winter verabschiedet sich noch nicht
Das geht deutlich leichter, wenn das Eis schon angetaut ist. „Wichtig ist, die Ursache zu bekämpfen und dafür zu sorgen, dass das Eis vom Gehweg runterkommt“, sagte Bank.
Manche Berliner nutzen dabei ungewöhnliche Methoden. Ein Kioskbesitzer in Kreuzberg etwa setzte am Morgen einen mit Gas betriebenen Dachpappenbrenner ein, um das Eis auf dem Gehweg wegzuschmelzen. „Eine andere Methode habe ich nicht“, sagte er. Nur Streuen helfe nicht, dann taue das Eis nicht auf.
Auch wenn das Thermometer zwischenzeitlich keine Minusgrade anzeigt, ist bei der Glatteisgefahr nicht mit einem schnellen Ende zu rechnen: Der Deutsche Wetterdienst rechnet in der Region schon für die Nacht zum Samstag mit leichtem Frost und der Gefahr von gefrierendem Sprühregen. Samstagabend sind gebietsweise leichter Schneefall oder Schneegriesel zu erwarten und in der Nacht zu Sonntag erneut Minusgrade mit Glättegefahr.
Splitt gibt es an sieben Ausgabestellen
Angesichts der Wetterlage bleibt die Nachfrage nach Streumaterial wie Splitt hoch: „Es gibt weiterhin starkes Interesse“, sagte Bank. Bis Freitagmorgen habe die BSR ungefähr 300 Tonnen an die Bezirke und rund 35 Tonnen an Privatpersonen abgegeben. Seit Donnerstag gibt es das Angebot an sieben Ausgabestellen. Dabei soll es vorerst bleiben.
Hier liegen die Splitt-Ausgabestellen der BSR: Lengeder Straße (Reinickendorf), Kniprodestraße (Prenzlauer Berg), Ringbahnstraße (Tempelhof), Kronprinzessinnenweg (Grunewald), Forckenbeckstraße (Schmargendorf), Mühlenstraße (Friedrichshain), Nobelstraße (Neukölln).
Engpässe sind nach BSR-Einschätzung nicht absehbar: „Der Splitt geht uns nicht aus, auch weil es uns kurzfristig gelungen ist, diese Woche noch 500 Tonnen zu organisieren, die auch geliefert worden sind“, sagte Bank. „Insofern sind wir in der Lage, die Bezirke damit zu versorgen und das Angebot für die Bürger aufrechtzuerhalten.“
Streusalz bleibt für Privatleute verboten
Für Wirbel sorgte am Mittwoch ein Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin. Auf Betreiben des Naturschutzbundes (Nabu) entschied das Gericht, dass der private Einsatz von Streusalz auf glatten Gehwegen und Plätzen ab sofort wieder verboten ist.
Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte die Ausnahme von dem aus Umweltgründen geltenden Salzverbot erst am vergangenen Freitag erlaubt, um Gefahr für Leib und Leben abzuwenden, wie es damals hieß. Die Richter entschieden jedoch, Bondes sogenannte Allgemeinverfügung entbehre jeder rechtlichen Grundlage. Ausnahmen vom Verbot des flächendeckenden Einsatzes von Tausalz müssten in einem Gesetz geregelt werden.
Der Splitt geht uns nicht aus, auch weil es uns kurzfristig gelungen ist, diese Woche noch 500 Tonnen zu organisieren.
Frauke Bank, BSR-Sprecherin
mit dpa





