Eine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Berlin. Laut einer Studie des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW Bayern erreicht die Hauptstadt in der Wertung der Stadtstaaten Platz eins mit 56,93 Punkten, der Spitzenreiter bei den Flächenländern Sachsen kommt auf 58,5 Punkte Sachsen ist damit insgesamt das attraktivste Bundesland für Unternehmen. Die drei Stadtstaaten wertet das ZEW separat, dabei liegt Berlin vor Hamburg und Bremen.

Besonders gut schneidet Berlin in den Punkten „Arbeit und Humankapital“ sowie „Infrastruktur“ ab. Auch bei „Steuern“, „Finanzierung“ und „Institutionen“ schnitt die Hauptstadt im Vergleich mit Hamburg und Bremen relativ gut ab. Im Vergleich zum Ranking 2022 hat sich Berlin dabei in der Gesamtwertung um 1,28 Prozentpunkte verschlechtert.

Bayern lag in der ersten Auflage der Studie im Jahr 2022 auf Platz eins, hat aber nach Einschätzung des Forschungsinstituts in der Qualität seiner Infrastruktur und mehreren Teilbereichen nachgelassen. Die Ökonomen sehen den Gesamtsieger Sachsen besonders bei den Faktoren „Arbeit und Humankapital“, „Finanzierung“ und „Infrastruktur“ gut aufgestellt.

Schlusslichter Schleswig-Holstein, Saarland und Rheinland-Pfalz

Schlusslichter in der Gesamtwertung der 13 Flächenländer sind die westdeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein, das Saarland und Rheinland-Pfalz. Den größten Sprung nach vorn machte Niedersachsen, das sich in dem Länderranking vom zehnten auf den dritten Platz verbesserte. Im Standortranking sei die deutsche Teilung „nicht mehr erkennbar“, heißt es in dem Papier. „Insgesamt fällt auf, dass die wohlhabenden westdeutschen Länder zwar weiterhin gut oder sehr gut positioniert sind, jedoch graduell an Punkten und Rangplätzen verlieren.“ So rutschte Baden-Württemberg von Platz drei auf fünf und Hessen vom vierten auf den siebten Rang.

„Der neue Bundesländerindex liefert die erfreuliche Nachricht, dass gerade einige Länder im Osten die Weichen in Richtung Zukunft stellen“, sagte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Die Stiftung gehört nicht zum Verband der Familienunternehmer in Berlin, von dem sich viele Wirtschaftsvertreter distanzierten, nachdem dieser Gesprächsbereitschaft mit der rechtspopulistischen AfD angekündigt hatte.

Baden-Württemberg und Bayern schneiden bei Qualität von Schulen und Hochschulen schlecht ab

In den Unterkategorien „Arbeit und Humankapital“ wurde im Auftrag der Stiftung auch die Qualität von Schulen, Hochschulen und Kinderbetreuung bewertet. Bei dem letzten Punkt schneiden Bayern und Baden-Württemberg mit den Plätzen zwölf und 13 besonders schlecht ab.

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Die Wissenschaftler verglichen auch die Kategorien „Steuern“ und „Institutionen“. Der frühere Spitzenreiter Bayern belegt nur noch bei „Steuern“ den ersten Platz. Hier flossen die Höhe der Gewerbesteuerhebesätze, die Besteuerung von Immobilien und die Qualität der Finanzverwaltung ein. Auch bei der Zusatzanalyse der Länderhaushalte liegt Bayern an der Spitze. Der Freistaat gibt demnach den höchsten Anteil für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur aus, gefolgt von Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.

Der Bundesländerindex soll laut der Stiftung Familienunternehmen „die Standortqualitäten der deutschen Bundesländer aus der Perspektive von Familienunternehmen“ bewerten. Er will damit nach eigenen Angaben „zur höheren Leistungstransparenz für die Bundesländer beitragen“.

mit dpa