Eine Ära endet: Nach 56 Jahren stellt die insolvente Schlosspark-Klinik in Charlottenburg am Freitag (30.01.) den Großteil des Betriebs ein. Das berichtete die Zeitung „B.Z.“ unter Berufung auf eine Kliniksprecherin. „Es gibt keine Sprechstunden mehr, es werden keine OPs und keine Therapien mehr durchgeführt“, erklärte sie. Die Notaufnahme nehme schon seit dem 15. Januar keine Patienten mit körperlichen Leiden mehr auf. Psychiatrische Patienten würden aber weiterhin behandelt und versorgt.

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Im vergangenen Juni war bekannt geworden, dass die Schlosspark-Klinik beim Amtsgericht Berlin einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt hat. Ein Eigenverwaltungsverfahren ist ein Insolvenzverfahren, bei dem das Unternehmen – im Rahmen des gerichtlichen Verfahrens – eine Sanierung selbst und mithilfe eines Sachwalters gestalten kann. Als Gründe für die Insolvenz nannte die Klinik-Sprecherin gestiegene Material- und Personalkosten.
Schlosspark-Klinik in Charlottenburg: Neurologie und Psychiatrie ziehen um
Trotz des Eigenverwaltungsverfahrens wird nun von den Verantwortlichen die Reißleine gezogen. Von der endgültigen Schließung sind laut Medienbericht die Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesiologie, Intensivmedizin, Augenheilkunde, Gefäßchirurgie, Radiologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Neurochirurgie und Orthopädie betroffen.
Die Neurologie und die Psychiatrie würden erhalten bleiben. Unter Vorbehalt letzter juristischer Prüfungen würden sie im ersten Quartal 2026 an das Alexianer St. Gertrauden-Krankenhaus an der Paretzer Straße in Wilmersdorf übergehen. Zunächst würde die Psychiatrie aber bis Ende 2027 am bisherigen Standort am Charlottenburger Heubnerweg verbleiben, denn im Gertrauden-Krankenhaus müssten noch Umbauten erfolgen. Erst nach dem Umzug werde das Gelände der Schlosspark-Klinik stillgelegt.
Was bedeutet das für die Mitarbeiter? Laut „B.Z.“ ist unklar, wie viele der 800 Beschäftigten eine Kündigung erhalten werden. „Zwischen altem und neuem Träger wird derzeit ein gemeinsames Personalkonzept erarbeitet“, erklärte Gunnar Pietzner, Geschäftsführer der Schlosspark-Klinik. Für Mitarbeiter aus der Pflege und für spezifische Funktionsdienste werde eine Übernahme angestrebt.
Auch die Park-Klinik Weißensee ist überschuldet
Auch die Schwester-Klinik in Weißensee ist in finanzielle Schieflage geraten. Die Verantwortlichen hatten im vergangenen Herbst ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Das Park-Klinikum und die Schlosspark-Klinik werden gemeinsam verwaltet, sind aber rechtlich eigenständige GmbHs. Nach jüngsten Angaben des Betreibers vom Oktober versorgt die Park-Klinik Weißensee rund 14.000 Patientinnen und Patienten, in der Schlosspark-Klinik waren es etwa 10.000.




