Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat am Montag angekündigt, nach den Ausschreitungen am Rande des Hertha-Spiels vom vergangenen Wochenende das Gespräch mit Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel zu suchen. Noch diese Woche werde es zu einem Treffen kommen, sagte Spranger gegenüber dieser Redaktion. „Die Vorkommnisse während des Spiels Hertha BSC gegen FC Schalke 04 müssen aufgeklärt werden“, so die SPD-Politikerin. „Berlin ist ein sportbegeisterter und rechtsstaatlicher Ort. Fußball lebt von Leidenschaft, nicht von Gewalt.“

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Zuvor hatte es ungewöhnlich scharfe Kritik vonseiten des Präsidiums und der Geschäftsführung des Vereins sowie der Fanszene am Vorgehen der Polizei und auch an Spranger persönlich gegeben. Am Sonnabend war es während des Zweitliga-Topspiels zwischen Hertha BSC und Schalke 04 im Olympiastadion zu Ausschreitungen zwischen Fans und Polizeibeamten gekommen. 52 Menschen wurden verletzt, davon 31 Stadionbesucher und 21 Polizisten. Die Polizei nahm fünf Personen fest. In einem Statement des Vereins wurde im Anschluss ein Dialog aller Beteiligten eingefordert, um die Ereignisse aufzuarbeiten und das Vorgehen der Polizei zu prüfen.
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Hertha-Fans werfen Polizei Provokation vor
Die Fanhilfe Hertha BSC, die sich selbst als „Solidargemeinschaft für Hertha-Fans, die in Konflikt mit dem Gesetz beziehungsweise der Polizei geraten sind“ versteht und kein Vereinsorgan ist, sprach am Sonnabend in einer Pressemitteilung von „massiver Polizeigewalt gegen wartende Fans“. Beamte hätten sich zudem in Bereichen des Stadions aufgehalten, „die seit vielen Jahren ganz klar nur für Fans vorgesehen sind“, und die Ultras damit provoziert.
Am Montag legte die Vereinigung noch einmal nach. In einer neuen Mitteilung heißt es: „Immer wieder haben wir vor einer solchen Eskalation gewarnt und auf die Zunahme polizeilicher Provokationen hingewiesen. Zahlreiche Vermittlungs- und Gesprächsangebote durch Vereinsvertreter wurden jedoch vonseiten der Polizei und der Innensenatorin ausgeschlagen“.
Mittlerweile wurden auch Vorwürfe von Schalker Fanvertretern gegen die Berliner Polizei laut. Im Internet kursieren zahlreiche Videos, die die Polizeigewalt zeigen sollen. Die Polizei rechtfertigte ihr Vorgehen am Sonntag unter anderem mit der Feindschaft der beiden Fußballklubs und massiver Fangewalt. Außerdem sei polizeilichen Weisungen nicht nachgegangen worden.
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Zuletzt wurde im Dezember gegen Iris Spranger Stimmung gemacht
Die Eskalation vom Wochenende hat eine längere Vorgeschichte. Seit dem Hochrisikospiel gegen Dresden (2:0) im November gilt das Verhältnis zwischen Fans und Polizei als besonders belastet. Gegen Innensenatorin Spranger wurde in der Fanszene zuletzt vor der Innenministerkonferenz Anfang Dezember mit Schmähungen mobilgemacht, auf der unter anderem Stadionverbote und personalisierte Tickets im Kampf gegen Hooligans auf der Agenda standen. Beobachter deuten die ungewöhnlich scharfe Reaktion auch des Vereins derweil als weiteres Zeichen für die „Unterwanderung“ des Klubs durch die Ultra-Fanszene.
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„Da ist etwas in die Vereine eingezogen, dass nicht rechtsstaatlich ist“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Interview mit der „Welt“. Die Tonlage und der Respekt innerhalb von Hertha BSC gegenüber der Polizei hätten sich verändert.









