Liebe Leserin, lieber Leser,

vier Millionen Kilo Kartoffeln suchen ein Zuhause – das klingt wie der Anfang eines Kinderbuchs, ist aber bittere Realität der Landwirtschaft. Während auf der Grünen Woche Hochglanzstände vom „Wert unserer Lebensmittel“ erzählen, liegen südlich von Leipzig tonnenweise beste Knollen herum, für die es schlicht keinen Markt gibt. Zu viel geerntet, zu wenig bezahlt, zu wenig Flexibilität im Handel – willkommen in der Logik eines Systems, das Überfluss und Verschwendung gleichzeitig produziert.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

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Dass die Berliner Morgenpost gemeinsam mit Ecosia daraus eine konkrete Hilfsaktion macht, ist mehr als eine nette PR-Idee. Es ist Pragmatismus im besten Sinne: Kartoffeln essen statt wegwerfen, Menschen helfen statt Marktmechanismen zu beklagen, die im Alltag längst an ihre Grenzen stoßen. Eine Tonne pro Abholstelle – das ist nicht symbolisch, das ist handfest.

Die größte Kartoffel-Rettung der Stadt

Natürlich löst man so keine Strukturprobleme der Agrarwirtschaft. Aber man zeigt, was möglich ist, wenn man Verantwortung nicht nur beschreibt, sondern handelt. In diesem Fall bringt Journalismus Akteure zusammen – Landwirt, Transport, Stadt – und hilft dabei, Lösungen praktisch umzusetzen. Unaufgeregt, konkret, wirksam.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Pointe dieser Aktion: Während überall über Nachhaltigkeit geredet wird, liegt sie hier ganz unspektakulär im Kartoffelsack. Man muss sie nur aufheben. Und zwar hier.

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Ihr Berlin-Tipp

Wo schmeckt der Kaffee am besten? In welchem Kiezversteck gibt es das beste Feierabendbier? Und wo zeigt sich Berlin von seiner schönsten, schrulligsten oder überraschendsten Seite? Alles wichtige Fragen, die Sie nun beantworten können. Der heutige Tipp kommt von Gabi aus Spandau:

„Mein Geheimtipp sind die Tiefwerder Wiesen. Unglaublich ruhig, viel Natur und kaum Menschen. Besonders abends fühlt es sich dort eher nach Brandenburg als nach Berlin an.“

Und jetzt sind Sie gefragt: Schreiben Sie mir Ihren ganz speziellen Tipp – ob Lieblingsplatz, Geheimadresse oder Alltagsflucht – an spaeti@morgenpost.de. Ihre Einsendungen stelle ich hier im Newsletter vor.

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Jetzt kommt noch unser Kult-Taxifahrer Kasupke …

... der hofft, dass die Heizung läuft:

„Bloß jut, det die den Strom am Mittwoch wieda anjekricht ham. Bei der arktischen Kälte im Moment hätte det womöglich wirklich Erfrierungsopfa in unsam Bezirk jejeben. Nu will ick ma hoffen, det für alle Obdachlosen inna Stadt een warmet Notquartier jefunden wird. Kann nich sein, det die bei dem Wetta unta den Brücken liejen bleiben. Und ick bete, det unsre alte Heizungsanlage nich doch noch ihren Jeist uffjibt nach dem langen Stromausfall. Ick möchte nich schon wieda ausziehn müssen, nachdem wa endlich wieda jlücklich zu Hause sind.“

Taxi Kasupke
Kasupke sagt, wie es ist.© Shutterstock | Shutterstock / Bearbeitung: BM

Und damit schließt der Späti für heute. Schreiben Sie mir gern, wenn Sie Fragen, Tipps oder Lieblingsorte haben. Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende!

Herzliche Grüße!

Ihr Pascal Biedenweg

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