Versuchen Sie, sich eine Menge von vier Millionen Kilogramm Kartoffeln vorzustellen. Vier Millionen Kilogramm – das sind 4000 Tonnen, das Gewicht von 800 ausgewachsenen Elefanten, gestapelt so hoch wie der Berliner Fernsehturm. Es ist eine Menge, die Hunderttausende Menschen sattmachen könnte.

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Diese Kartoffeln lagern in den Hallen eines Agrarbetriebs südlich von Leipzig, sauber sortiert, kühl und trocken, beste Speisequalität. Und sie haben ein Problem: Niemand will sie haben.

Die Geschichte dieser Kartoffeln ist eine Geschichte über die Absurditäten unseres Lebensmittelsystems. Ein Händler hatte die Ernte bestellt, doch als die Kartoffeln geerntet und eingelagert waren, war klar: Das Angebot auf dem Markt ist größer als die Nachfrage. Der Marktpreis war gefallen, das Angebot zu groß. Was für den Handel nicht mehr rentabel ist, wird für den Erzeuger zur Last. Finanziell war alles geklärt, aber die Kartoffeln blieben liegen.

Der Agrarbetrieb in Frohburg südlich von Leipzig
Die Osterland Agrar GmbH in Frohburg südlich von Leipzig© Mirco Tomicek | Mirco Tomicek

Für den Hof in Sachsen bedeutet das: Die Kartoffeln müssen weg. Wohin? Erst einmal völlig unklar.

Eine unerwartete Mail

Kurz vor Weihnachten erreichte mich eine Mail von Ecosia, einer Suchmaschine, über die wir gerade berichtet hatten. Ecosia, das ist das Berliner Unternehmen, das mit seinen Werbeeinnahmen Bäume pflanzt – über 200 Millionen weltweit. Finanzchef Wolfgang Oels schrieb, man habe Kontakt zu einem Hof südlich von Leipzig, der 4000 Tonnen Kartoffeln vernichten muss. „Wollen wir als Berliner Morgenpost und Ecosia daraus eine gemeinsame Aktion machen?“

Wir können. Wir wollen. Und wir brauchen Ihre Hilfe.

Die größte Kartoffel-Rettung der Stadt

Der Plan ist simpel: Ecosia finanziert den Transport von Sachsen nach Berlin. Die Berliner Morgenpost hilft, die kostenlose Verteilung zu organisieren.

Wir suchen dafür Verteilstellen in der ganzen Stadt: Kirchengemeinden, Schulen, Sportvereine, Nachbarschaftsinitiativen, soziale Einrichtungen oder Privatleute. Jede Abnahmestelle erhält eine Tonne der Kartoffeln, kostenlos, zum Verteilen an alle, die sie gebrauchen können (Sorte Agria, festkochend!). Sie können helfen zu verteilen – und mit uns gemeinsam zeigen, was möglich ist, wenn wir Lebensmittel als das behandeln, was sie sind: wertvoll. Ein Teil der Kartoffeln wird an die Berliner Tafel geliefert, doch wir haben noch viel mehr.

Die Kartoffeln aus Frohburg
Die Kartoffeln des Agrarbetriebs südlich von Leizpig© Osterland Agrar GmbH | Osterland Agrar GmbH

In wenigen Tagen beginnt die 100. Internationale Grüne Woche. 100 Jahre lang feiert Berlin die Landwirtschaft, die Ernährung, die Vielfalt dessen, was auf unseren Feldern wächst. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um ein Zeichen zu setzen: für Wertschätzung von Lebensmitteln.

Alle Details zur Aktion finden sich auf unserer Website, Anmeldeschluss für Abnahmestellen ist der 12. Januar. Zwei Tage später werden wir die Abholorte dort auch veröffentlichen.

So können Sie mitmachen

Sie haben einen Ort, an dem Kartoffeln verteilt werden können? Wollen Sie vielleicht sogar bei der Finanzierung weiterer Lkw-Ladungen helfen? Dann melden Sie sich jetzt an unter www.4000-tonnen.de.

Vier Millionen Kilogramm. Das ist eine Zahl, die man sich kaum vorstellen kann. Zumindest einen kleinen Teil davon wollen wir gemeinsam retten. Kartoffel für Kartoffel. Helfen Sie mit.