Nachdem mindestens zehn Schüsse auf seine Villa im Berliner Südwesten abgefeuert wurden, hat sich Clan-Boss Mehmet K. nun persönlich zu Wort gemeldet – und 500.000 Euro für Hinweise zu dem oder die Täter ausgelobt.

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Bei Instagram schrieb der Mann, der in der Berliner Unterwelt als „Kurden-Mehmet“ bekannt ist: „Die Person, die Informationen zu diesem Vorfall hat und mir Beweise liefert, wer die Täter sind, bekommt von mir persönlich eine Belohnung von 500 Tausend Euro.“ Der 60-Jährige soll mehrere Spielhallen und Restaurants in Berlin betreiben und im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) viele Feinde haben.

„Kurden-Mehmet“ bei Instagram: Keine Angst vorm Sterben

Das macht Mehmet auch in seinem Beitrag bei Instagram deutlich: „Mir ist bewusst, dass mir auf dieser Straße, die ich gehe, vieles passieren kann. Ich könnte erschossen werden oder sterben.“ Er selbst habe keine Angst davor. Was ihn entsetze, so Mehmet K., sei der Angriff auf das Haus, in dem auch seine Frau und Kinder leben.

Er deutet auch an, Aufnahmen der Überwachungskameras teilen zu wollen: „Ich werde auch die Aufnahmen teilen, die zeigen, wie man vor der Angst wegläuft wie eine Maus.“

Staatsanwaltschaft: „Auslobung ist rechtlich nicht zu beanstanden“

„Nach unseren vorliegenden Informationen hat Herr K. die Belohnung für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des Täters beziehungsweise der Täter führen. Eine solche Auslobung ist rechtlich grundsätzlich nicht zu beanstanden, solange diese nicht mit dem Aufruf zu rechtswidrigen Taten oder Straftaten verbunden ist“, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. „Für letzteres gibt es aber nach hiesigem Kenntnisstand keine hinreichend belastbaren Hinweise.“

Polizei sieht die Äußerungen des Betroffenen kritisch

Die Polizei Berlin sieht die Äußerungen des Betroffenen als kritisch an, obgleich sie selbst keine strafbare Handlung darstellt. „Die Verfolgung von Straftaten obliegt ausschließlich den Strafverfolgungsbehörden“, teilte ein Polizeisprecher mit. „Vor diesem Hintergrund möchten wir darauf hinweisen, dass sachdienliche Hinweise bitte ausschließlich an die Polizei Berlin zu richten sind.“ Die Polizei Berlin treffe im Rahmen der Ermittlungen alle zur Verfügung stehenden und notwendigen polizeilichen Maßnahmen, um die Gefährdung der Öffentlichkeit und somit Unbeteiligter auszuschließen, heißt es weiter.

Täter gelangten mutmaßlich über verlassene Kleingärten auf Villa-Grundstück

Die Schüsse auf das Haus des Clan-Chefs am Mittwochmorgen hatten zu einem Polizei-Großeinsatz in der ruhigen Nebenstraße im Berliner Südwesten geführt. Vermutlich gelangten der oder die Täter von hinten über die angrenzenden Kleingärten auf das Grundstück und feuerten dann die Schüsse ab.

Der Schusswaffen-Angriff reiht sich ein in die immer länger werdende Liste von Angriffen auf Häuser und Geschäften in Berlin. Im Fall des Angriffs auf die Villa in Berlin-Lichterfelde (Steglitz-Zehlendorf) ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags.

rk/ag