Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) will den Ausbau von Solarenergie und die Stärkung der Resilienz des Berliner Stromnetzes zusammendenken. Die neue Solarförderung, die ab dem nächsten Jahr starten wird, soll die Krisenresilienz „viel stärker adressieren“, sagte Giffey am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Senats. Im Kern gehe es dabei um sogenannte inselfähige PV-Anlagen.

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Dabei handelt es sich um Solaranlagen, die ohne externe Stromzufuhr den auf dem Dach aus der Sonnenergie produzierten Strom in das Netz einspeisen können. Hätte es solche Anlagen in Adlershof gegeben, dann hätte dort die Stromversorgung nach dem Anschlag auf das Stromnetz vor drei Monaten schneller wieder hochgefahren werden können. Um für den Fall, dass die reguläre Stromversorgung ausfällt, besser gewappnet zu sein, könne man die Solaranlagen so nachrüsten, dass der Strom über Speichersysteme direkt vom Dach in das Hausnetz eingespeist werden kann, so Giffey. „Darauf wird das Förderprogramm Solarplus mit der kommenden Förderperiode einen Schwerpunkt legen“, sagte die Senatorin.

Solarausbau: Fokus auf große Dächer statt individueller Haushalte

Für die nächsten beiden Jahre seien 20 Millionen Euro an Fördergeldern eingeplant. Neben der Stärkung der Resilienz liegt der Fokus künftig auf großen Gewerbe- und Industriedächern statt individueller Förderung. Mit der neuen Förderstruktur des Programms ab 2026 ist deshalb auch das Aus der Förderung für die sogenannten Balkonkraftwerke verbunden. In den vergangenen drei Jahren seit dem Start des Programms Solarplus wurden mehr als 19.000 der sogenannten Steckersolargeräte für individuelle Haushalte gefördert. In der Zwischenzeit seien die Anlagen im Baumarkt allerdings schon ab 100 Euro zu kaufen, sagte Giffey. Bei dieser preislichen Größenordnung mache eine Förderung keinen Sinn mehr.

Berlin will bis 2045 klimaneutral werden. Bis 2035 soll ein Viertel des Stroms aus Solaranlagen produziert werden. Fachleute weisen aber darauf hin, dass diese Zielmarke relativ ist. Weil die Stromerzeugung in Berlin absehbar sinken dürfte, wenn fossile Kraftwerke abgeschaltet werden und mehr Strom importiert wird, könnte der Anteil der Solaranlagen im Ergebnis wachsen, ohne dass deren absolute Zahl steigt. 2023 hatte Berlin außerdem den bis dahin angepeilten Ausbau der absoluten Stromleistung verfehlt.

Seit 2023 hat sich Zahl der Solaranlagen auf Berlins Dächern verdreifacht

Trotzdem steht unbestreitbar fest: Berlin macht große Schritte beim Ausbau der Solarenergie. Seit dem Beginn des Programms Solarplus im Jahr 2023 wurden knapp 37.000 Anträge mit einem Fördervolumen von rund 41,6 Millionen Euro eingereicht. Knapp 29.000 Anträge mit einem Volumen von knapp 30 Millionen Euro wurden bereits bewilligt. 2023 gab es noch 15.000 Solaranlagen auf Berlins Dächern. Aktuell sind es über 50.000. Beim Bau neuer Gebäude sowie bei wesentlichen Dachumbauten müssen Eigentümer inzwischen eine Solaranlage installieren.

Aktuell kommen rund sechs Prozent des in Berlin produzierten Stroms aus Solaranlagen. Künftig wolle man nun einen Fokus auf jene Dächer legen, die den entscheidenden Unterschied machen, so Giffey. Also auf Einfamilienhäuser, Industrie und Gewerbe. Dabei gelte: Je größer die Solaranlage, desto höher die Förderung.