„Am Ende der Straße steht ein Haus am See“ – 2008 sang Peter Fox erfolgreich über seinen Traum vom Eigenheim. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) bleibt er für viele Menschen ein Wunschtraum. Denn jeder Fünfte sagt, dass der Bau oder Kauf eines Hauses für ihn „nicht realisierbar“ sei. Das gilt fast gleichermaßen in Ost- oder Westdeutschland, in Stadt und Land und bei weniger oder mehr Haushaltsnettoeinkommen.

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Wem schon ein Haus gehört, macht sich oft Sorgen um die Zukunft seines Besitzes. Denn jeder Sechste fürchtet laut Forsa, sein Eigenheim auf Dauer nicht halten zu können. „Der Traum vom Eigentum rückt für viele in den Hintergrund“, erklärt VDGN-Präsident Jochen Brückmann in Berlin. „Angesichts steigender Kosten im Unterhalt ist die Angst vor dem Verlust des Wohneigentums in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und der Traum vom Eigenheim ist hierzulande nur noch für wenige zu erreichen.“ Auch in der Berliner Politik rücke das Eigentum immer mehr in den Hintergrund, der Schwerpunkt liege auf Mietwohnungen.
Mieterstadt Berlin: Nur 15 Prozent wohnen in selbst genutzten Eigenheimen
Laut Forsa planen derzeit nur noch acht Prozent der Befragten den Bau oder Kauf einer Wohnimmobilie. Als Ursache werden gestiegene Baukosten, nicht vorhandene Sparmöglichkeiten, gestiegene Hausnebenkosten, hohe Zinsen und fehlendes Eigenkapital genannt. Vor fünf Jahre sei laut der Forsa-Umfrage der Bau oder Kauf eines Eigenheimes noch einfacher gewesen. Für Brückmann ist diese Entwicklung „besorgniserregend“, da die eigene Immobilie „für viele Menschen nach wie vor zu den wichtigsten Formen der Altersvorsorge zählt“. Die Ergebnisse der Umfrage würden zeigen, „dass den Sorgen und Nöten der Eigenheimer zu wenig Beachtung geschenkt wird.“
In Berlin wohnen derzeit nur 15 Prozent der Bevölkerung in einem selbst genutzten Eigenheim, so der VDGN. In anderen Bundesländern ist diese Quote zum Teil mehr als doppelt so hoch und liegt bei bis zu 36 Prozent.
Das von Harbeck geänderte Heizungsgesetz gilt nach wie vor
Von der Politik fordert der Verband unter anderem mehr Entlastungen und Planungssicherheit für Häuslebauer. So gelte das Heizungsgesetz, für dessen Änderung der Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) massiv kritisiert wurde, auch fast sieben Monate nach dem Start der CDU/SPD-Bundesregierung weiter. Zwar stehe im Koalitionsvertrag die Absicht, das Gesetz zu ändern, doch habe dies offenbar keine Priorität, so der VDGN.
Der Verband fordert weiter den vollständigen Erlass der Grundsteuer oder die Streichung der Grunderwerbssteuer „für die erste, selbst genutzte Immobilie“. Auch die Senkung der Stromsteuer für alle Haushalte hält er für den richtigen Weg, um die Kosten für Eigenheime zu senken. Gefordert wird weiterhin auch eine Senkung der Baustandards bei Neubauten und einfache Fördermittel für Eigenheimer und solche, die es werden wollen.
Der Verband vertritt rund 400 Mitgliedsvereine und nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Mitglieder. Er berät diese zu Fragen des Hauseigentums und hat seinen Schwerpunkt in Ostdeutschland. Für die repräsentative Forsa-Umfrage wurden vom 10. bis 17. September 1502 Personen telefonisch befragt, laut Forsa „in Privathaushalten in Deutschland lebende, deutschsprachige Personen ab 18 Jahren“.




