Liebe Leserin, lieber Leser,

Berlin gönnt sich mal wieder etwas – diesmal eine Fischtreppe für 5,6 Millionen Euro. Klingt nach einem ziemlich exklusiven Wellnessbereich für Wels, Aal und Co. Während Autofahrer an der Mühlendammbrücke weiterhin im Stau stehen und BVG-Fahrgäste auf die nächste „Störung im Betriebsablauf“-Durchsage warten, bekommen die Fische demnächst einen eigenen VIP-Zugang zur Spree. Und zwar einen, der teurer ist als manche sanierungsbedürftige Berliner Schule.

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Bevor man sich allerdings allzu sehr über den Preis echauffiert, lohnt ein nüchterner Blick aufs Warum: Berlin liegt auf einer wichtigen Achse für wandernde Fischarten, doch jahrzehntelang endete die Reise am Stauwehr – Schluss, Ausstieg links. Dass die Stadt jetzt nachrüstet, ist ökologisch sinnvoll und längst überfällig. Und wenn ohnehin ein neues Wehr gebaut wird, dann bitte gleich so, dass nicht nur Schiffe durchkommen, sondern auch die Tierwelt.

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Charmant bleibt trotzdem der Gedanke: Was hätte Berlin sonst für 5,6 Millionen Euro bekommen? Ein paar Kilometer funktionierenden Radweg? Einen BVG-Aufzug, der länger als drei Wochen hält? Vielleicht sogar eine U-Bahn-Tür, die nicht streikt? Wahrscheinlich nicht. Am Ende ist die Fischtreppe wohl tatsächlich eine der vernünftigeren Entscheidungen – und womöglich die einzige Baustelle, bei der am Ende wirklich alle vorankommen. Sogar die Fische.

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Ihr Berlin-Tipp

Wo schmeckt der Kaffee am besten? In welchem Kiezversteck gibt es das beste Feierabendbier? Und wo zeigt sich Berlin von seiner schönsten, schrulligsten oder überraschendsten Seite? Alles wichtige Fragen, die Sie nun beantworten können. Der heutige Tipp kommt von Daniela aus Pankow:

„Mein Geheimtipp: das Lao Xiang in Prenzlauer Berg. Von außen unscheinbar, aber fantastische Dim Sum und eine ruhige, angenehme Atmosphäre.“

Und jetzt sind Sie gefragt: Schreiben Sie mir Ihren ganz speziellen Tipp – ob Lieblingsplatz, Geheimadresse oder Alltagsflucht – an spaeti@morgenpost.de. Ihre Einsendungen stelle ich hier im Newsletter vor.

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Jetzt kommt noch unser Kult-Taxifahrer Kasupke ...

... der das neue Polizeigesetz begrüßt:

„Berlin tut endlich ma wat jejen Vabrecha. Det Abjeordnetenhaus hat jestan det neue Polizeijesetz beschlossen, anjeblich det härteste Deutschlands. Jetz kann man ooch mit Video die Orte übawachen, wo ständich wat Kriminellet passiert. Natürlich passt det Jrünen und Linken nich, die sehn jleich eenen Übawachungsstaat kommen. Aba ma ehrlich: Wer denkt an uns ehrliche Bürja, die sich an manche Stelln in diesa Stadt jar nich mehr hintraun, aus Angst übfalln zu werdn? Die Jängsta lachen sich doch kapuut, die wissen jenau, detse keena kricht. Wenn Videokameras da wat jejen bringen, solls mir recht sein.“

Taxi Kasupke
Kasupke sagt, wie es ist.© Shutterstock | Shutterstock / Bearbeitung: BM

Und damit schließt der Späti für heute. Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie Fragen, Tipps oder Lieblingsorte haben. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Herzliche Grüße!

Ihr Pascal Biedenweg

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