Wer gegen wen, wo und vor allem wann? Das sind die Fragen, die sich vermutlich am Freitag- und Samstagabend Millionen von Fernsehzuschauern stellen werden. Denn am Freitag (17.55 ZDF) werden in Washington D.C die Gruppengegner der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft ausgelost. Auch die Spiele der anderen Gruppen werden, mit einer großen Show verbunden, am Freitagabend feststehen.

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Am Samstag hingegen werden dann die Spielorte und Anstoßzeiten für die WM vom 11. Juni und 19. Juli 2026 bekannt gegeben. Und da wird es ebenfalls spannend, wenn Fifa-Präsident Gianni Infantino den Spielplan in einer Liveshow vorstellt. Denn zwischen den drei Austragungsländern USA, Kanada und Mexiko beträgt der Zeitunterschied zu Deutschland immer zwischen sechs und neun Stunden. Sollte also Deutschland gegen eine Mannschaft in Los Angeles antreten und das Spiel dort um 12 Uhr mittags beginnen, ist es in Berlin bereits 21 Uhr. Findet der Anpfiff möglicherweise erst um 18 Uhr statt, müssen sich Fußballfans den Wecker auf 3 Uhr morgens stellen.

Doch was bedeutet das für die Gastronomie? Dürfen Gastwirte ihre Außenterrassen länger als bis 22 Uhr öffnen? Eine Anfrage der Berliner Morgenpost bei der Wirtschaftsverwaltung brachte bislang kaum Klarheit. „Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe steht mit den Bezirken grundsätzlich in engem Austausch“, sagte eine Sprecherin. Konkrete Gespräche mit den Bezirken zu Sondernutzungszeiten während der Fußball-Weltmeisterschaft habe es aber noch nicht gegeben. Das liege vermutlich auch daran, dass die Ansetzung der Spiele beziehungsweise der Spielplan für die Fußball-WM der Herren 2026 aktuell noch nicht stehen, hieß es am Donnerstag.

Senat will neues Landesgaststättengesetz im Frühjahr 2026 verabschieden

Eine Sprecherin der Wirtschaftsverwaltung verwies auf das in Planung befindliche Landesgaststättengesetz. „Im Rahmen der Schaffung eines neuen und ersten Landesgaststättengesetzes für Berlin wollen wir eine Lösung für die zukünftige Nutzung des öffentlichen Straßenlandes erarbeiten“, teilte sie mit. „Wir planen mit einer Beschlussfassung im Senat Anfang des kommenden Jahres.“ In dem neuen Gesetz soll auch festgeschrieben werden, dass Außenflächen in Zukunft einheitlich bis 23 Uhr genutzt werden können.

Auch der Hotel- und Gastronomieverband Berlin e.V. (Dehoga) hatte sich bereits schriftlich an den Senat gewandt. In diesem Fall an die Senatsverwaltung für Umweltschutz. In dem Schreiben, das der Berliner Morgenpost vorliegt, bittet der Interessenverband für die zwei bevorstehenden Großereignisse erneut darum, „eine entsprechende Ausnahmeregelung zu ermöglichen“. Die Ausnahmegenehmigung soll für das DFB-Pokalfinale am 23. Mai 2026 und die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026 (11.06.–19.07.2026) gelten.

Dehoga bittet um längere Öffnungszeiten zur WM und zum DFB-Pokalfinale

„Eine befristete Ausnahmegenehmigung zur Verlängerung der Öffnungszeiten der Außengastronomie bis zum Spielende sowie die Möglichkeit, die Spiele auch im Außenbereich öffentlich zu übertragen, würde nicht nur das jeweilige Ereignis stimmungsvoll abrunden, sondern auch ein wichtiges wirtschaftliches Signal für die Berliner Gastronomie setzen“, heißt es in dem Brief. Zudem bittet der Dehoga um eine Prüfung, „ob ein dauerhafter Mechanismus für vergleichbare Ereignisse entwickelt werden kann.“

Begründet wird der Antrag damit, dass die vom Senat erlassene Verordnung zur temporären Verlängerung der Öffnungszeiten für die Außengastronomie während der Uefa Euro 2024 und im vergangenen Jahr während des DFB-Pokalendspiels eindrucksvoll gezeigt habe, wie positiv solche Maßnahmen wirken – für die Betriebe, für die Berlinerinnen und Berliner und für das gesamte städtische Leben. „Das gemeinsame Erleben der Spiele unter freiem Himmel wurde außerordentlich gut angenommen und hat vielerorts zu einer friedlichen, ausgelassenen Stimmung beigetragen.“

Größte Fußball-WM aller Zeiten

Erstmals spielen 48 statt 32 Mannschaften mit, und erstmals gibt es drei Austragungsländer. Insgesamt werden 104 Spiele ausgetragen. Von den 48 Mannschaften stehen bereits 42 fest, sechs weitere Teams müssen sich noch über Play-offs im Frühjahr 2026 qualifizieren. Die Vorrundenspiele finden in zwölf Gruppen statt. Das Turnier beginnt am 11. Juni und endet nach 39 Tagen mit insgesamt 104 Spielen. Gespielt wird in 16 Orten: Toronto, Vancouver (13 Spiele), Dallas, Atlanta, New York, Boston, Houston, Los Angeles, Kansas City, Miami, Philadelphia, Seattle, San Francisco (78 Spiele), Monterrey, Mexiko-Stadt und Guadalajara (13 Spiele).